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Dienstag, 24. Januar 2017

Neuer Hochleistungs-Großrechner am Albert-Einstein-Institut in Potsdam


„Minerva“ wird Gravitationswellen schneller als der bisherige Supercomputer des Instituts berechnen 

Am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI) wurde der neue Supercomputer „Minerva“ in Betrieb genommen. Mit 9.504 Rechnerkernen, 38 TeraByte Arbeitsspeicher und einer Rechenleistung von 320,4 TeraFlop/s ist der Großrechner mehr als sechsmal so leistungsfähig wie das Vorgängermodell. Damit können die Wissenschaftler der Abteilung „Astrophysikalische und Kosmologische Relativitätstheorie“ nun deutlich mehr Gravitationswellenformen berechnen und komplexere Simulationen durchführen.

Minerva soll Einsteins Gleichungen lösen
Der neue Großrechner – benannt nach der römischen Göttin der Weisheit – wird vor allem für die Berechnung von Gravitationswellen verwendet. Wenn massereiche Objekte wie Schwarze Löcher und Neutronensterne verschmelzen, entstehen diese erstmals im September 2015 direkt gemessenen Kräuselungen in der Raumzeit. Um die genauen Wellenformen der abgestrahlten Gravitationswellen zu ermitteln, müssen die Forschenden Einsteins komplizierte, nicht-lineare Feldgleichungen mit numerischen Methoden auf Großrechnern wie Minerva lösen. Das AEI arbeitet seit vielen Jahren an vorderster Front in diesem Bereich und seine Forschenden machen wichtige Beiträge zu den dort verwendeten Software-Werkzeugen.

Um die schwachen Signale im Rauschen des Detektors zu entdecken und um Informationen über die astrophysikalischen und kosmologischen Eigenschaften der Quelle aus ihnen zu ziehen, berechnen die Wissenschaftler die Verschmelzung unterschiedlicher Doppelsysteme wie beispielsweise zwei Schwarze Löcher oder ein Neutronenstern und ein Schwarzes Loch mit unterschiedlichen Kombinationen von Massenverhältnissen und Eigendrehungen.
„Solche Berechnungen sind sehr rechenaufwändig. Die Simulation der ersten von LIGO gemessenen Gravitationswelle dauerte – noch auf unserem vorherigen Großrechner Datura – drei Wochen“, sagt AEI-Direktorin Prof. Alessandra Buonanno. „Minerva ist deutlich schneller. So können wir zügig auf neue Detektionen am Gravitationswellendetektor Advanced LIGO reagieren und auch mehr Signale berechnen.“

Bereit für die zweite Messkampagne der Gravitationswellen-Detektoren
Die Gravitationswellen-Detektoren Advanced LIGO in den USA (aLIGO) und GEO600 in Ruthe bei Hannover haben am 30. November 2016 ihren zweiten Beobachtungslauf („O2“) begonnen. aLIGO ist nun empfindlicher als je zuvor: die Detektoren sind in der Lage, Signale aus einer 20% größeren Entfernung zu detektieren als im ersten Beobachtungslauf O1. Damit erhöht sich die Ereignisrate um mehr als 70%.

Vor O2 haben Forschende der Abteilung die Fähigkeiten der aLIGO-Detektoren verbessert, Parameter der Gravitationswellenquellen zu beobachten und abzuschätzen. Für die Suche nach Verschmelzungen binärer schwarzer Löcher haben sie ihre Wellenformmodelle verfeinert. Dabei nutzten sie eine Synergie zwischen numerischen und analytischen Lösungen der Einsteinschen Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie. Sie kalibrierten analytische Näherungslösungen (die fast augenblicklich berechnet werden können) mit präzisen numerischen Lösungen (die auch auf leistungsfähigen Computern sehr lange dauern). Dies ermöglicht es den AEI-Forschenden, die verfügbare Rechenleistung effektiver zu nutzen, schneller zu suchen, mehr potenzielle Signale verschmelzender Schwarzer Löcher in O2 zu entdecken und ihre Quellen zu bestimmen. AEI-Forschende haben auch Simulationen von Verschmelzungen binärer Neutronensterne und Bosonensterne durchgeführt. Bei diesen können gleichzeitig elektromagnetische Strahlung und Gravitationswellen beobachtet werden, und sie können für neue präzise Tests der Einsteinschen Relativitätstheorie genutzt werden.

Technische Daten des Minerva-Clusters
Minerva läuft mit einem Linux-Betriebssystem und hat die folgenden Spezifikationen: 
  • 594 Rechnerknoten, jeder mit 2x 8-core Intel® Xeon®-Prozessoren E5-2630v3 (2.4 GHz) und 64 GB DDR4 RAM; insgesamt 9504 CPU-Kerne
  • Netzwerk: Intel Omni-Path interconnect (58 Gb/s node-switch, 100 Gb/s switch-switch)
  • 500 TB BeeGFS paralleles Dateisystem

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DAAD: "Erasmus stärkt die Europäische Gemeinschaft"




Bonn, 24.01.2017. Mit ERASMUS gehen jedes Jahr fast 300.000 Menschen für ein Studium oder Praktikum ins Ausland. Es gehört zu den erfolgreichsten Projekten der Europäischen Union. In diesem Jahr feiert es seinen 30. Geburtstag. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) übernimmt seit dem Programmstart im Jahr 1987 die Aufgaben einer Nationalen Agentur bei der Umsetzung von ERASMUS in Deutschland für den Hochschulbereich.

DAAD-Präsidentin Prof. Margret Wintermantel zum ERASMUS-Programm:

„Vor dem Hintergrund der aktuellen europäischen Herausforderungen sind Programme wie ERASMUS dringender denn je. Sie stärken die europäische Identität. Wir brauchen Menschen, die für Europa und über seine die Grenzen hinaus Verantwortung übernehmen und gemeinsame Perspektiven jenseits nationaler Interessen entwickeln.

ERASMUS hat in den vergangenen drei Jahrzehnten zu einem Erfolgsmodell für die junge Generation in Europa entwickelt – weit mehr als drei Millionen Menschen haben in dieser Zeit die Möglichkeit genutzt, Europa zu erleben. Viele von ihnen nehmen inzwischen wichtige Positionen in Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft und Politik ein und bringen ihre europäische Erfahrung in ihre Arbeit ein.“


Hintergrund
In Deutschland koordiniert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) für das BMBF das Programm für die Hochschulen. Der DAAD ist damit eine der ältesten und erfahrensten Agenturen für EU-Programme in Europa. Die Arbeit in und für Europa sowie die Mitgestaltung des Europäischen Hochschul- und Forschungsraums sind in der aktuellen Programmgeneration von Erasmus+ eine zentrale Aufgabe des DAAD. Für die kommende EU-Programmgeneration ab 2021 wird sich der DAAD für eine Stärkung der Bildungszusammenarbeit mit Ländern außerhalb der EU, eine weitere Budgetaufstockung und Verwaltungsvereinfachungen einsetzen.


Zahlen und Fakten

Wohin gehen die Deutschen am liebsten?
Top 5 Zielländer der Studierendenmobilität (Studium und Praktikum)
  1. Spanien
  2. Frankreich
  3. Großbritannien
  4. Schweden
  5. Türkei
Top 5 Zielländer der Studierendenmobilität (Studium)
  1. Spanien
  2. Frankreich
  3. Großbritannien
  4. Schweden
  5. Türkei
 Top 5 Zielländer der Studierendenmobilität (Praktikum)
  1. Großbritannien
  2. Spanien
  3. Frankreich
  4. Österreich
  5. Niederlande

Wie hoch ist aktuell die Zahl der Outgoer?

Im Hochschuljahr 2014/2015 wurden im Hochschulbereich insgesamt 44.709 Personen gefördert, davon 39.719 Studierende (31.629 Studium, und 8.090 Praktikum) und 4.990 Hochschulmitarbeiter und -dozenten.

Wie viele kommen derzeit nach Deutschland?

Im Hochschuljahr 2014/2015 kamen im Hochschulbereich insgesamt 35.397 Personen nach Deutschland, davon 30.964 Studierende (22.809 Studium, und 8.155 Praktikum) und 4.433 Hochschulmitarbeiter und -dozenten.

Summe, die Deutschland aktuell erhält

In den letzten drei Projektjahren hat Deutschland folgende Summen für die Mobilität mit Programmländern erhalten:
  • Bewilligung 2014: 70.277.200 EUR
  • Bewilligung 2015: 70.024.798 EUR
  • Bewilligung 2016: 71.627.662 EUR

Spanne der Stipendien für Deutsche
Im Durchschnitt erhalten deutsche Studierende 245 EUR je Monat für Ihren Auslandsaufenthalt. Die Spanne liegt zwischen 150 EUR und maximal 500 EUR je Monat. Durchschnittlich erhalten deutsche Studierende 1.308 EUR für Ihren gesamten Auslandsaufenthalt (Studium). (Daten aus dem abgeschlossenen Hochschuljahr 2014/2015).

Wie viele Deutsche wurden seit Programmbeginn gefördert?
Seit Beginn der Europäischen Bildungsprogramme 1987 wurden bis einschließlich des Hochschuljahres 2014/15 552.764 Personen aus Deutschland gefördert, darunter 521.947 Studierende und 30.817 Hochschulmitarbeiter und Dozenten.

Wie viele Studierende wurden bislang insgesamt gefördert?
Seit Beginn der Europäischen Bildungsprogramme 1987 wurden bis einschließlich des Hochschuljahres 2014/15 4.087.419 Personen europaweit gefördert, darunter 3.592.479 Studierende und 494.940 Hochschulmitarbeiter und Dozenten.


Soweit nicht anders gekennzeichnet, beziehen sich die Abgaben auf das Hochschuljahr 2014/15 mit Stand vom Oktober 2016.




Anke Sobieraj
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel: 0228 / 882-454,
Fax: 0228 / 882-659
Mail: presse@daad.de
Kennedyallee 50,
D - 53175 Bonn


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Forscher entschlüsseln einen Mechanismus bei schweren Hautinfektionen



Das Zellhüllen-Zuckerpolymer Wandteichonsäure (WTA) von Staphylococcus aureus spielt bei der Entwicklung von Hautinfektionen eine Rolle. Besonders bei Infektionen mit hoch aggressiven sogenannten „Community-Associated Methicillin-Resistant Staphylococcus aureus“ (CA-MRSA), die einen im Gegensatz zu weniger aggressiven S. aureus Stämmen erhöhten WTA-Gehalt aufweisen, führt dies zu einer verstärkten Immunreaktion. Diese Immunreaktion beschleunigt die Ausbildung eines Abszesses der normalerweise die Infektion einschränken sollte, im Falle der CA-MRSA allerdings zu einem schwereren Infektionsverlauf beiträgt. Abbildung: Universität Tübingen.

Zuckerpolymere der äußeren Zellhülle von Staphylococcus aureus führen zu besonders aggressivem Krankheitsverlauf – Ansatzpunkt für mögliche Therapie

Staphylococcus aureus gehört zu den am meisten gefürchteten multiresistenten Erregern. Vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem verursacht das Bakterium oft lebensbedrohliche Infektionen. In den letzten Jahren sind weltweit besonders aggressive Stämme von S. aureus aufgetaucht, sogenannte „Community-Associated Methicillin-Resistant Staphylococcus aureus“ oder CA-MRSA, die selbst bei gesunden Menschen schwerwiegende Infektionen von Haut und Gewebe auslösen können. Forscherinnen und Forscher des Interfakultären Instituts für Mikrobiologie und Infektionsmedizin  Tübingen (IMIT) und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) konnten nun einen wesentlichen Mechanismus dieses Infektionsgeschehens entschlüsseln. Die Ergebnisse wurden am Montag im Fachmagazin Nature Microbiology veröffentlicht.

Die Forschergruppe konnte zeigen, dass CA-MRSA-Stämme ihre äußere Zellhülle durch den vermehrten Einbau eines langkettigen Zuckerpolymers, der Zellwand-Teichonsäure, verändern können. „Es ist bekannt, dass vor allem CA-MRSA verstärkt Toxine ausschütten, was zum schwerwiegenden Verlauf der Hautinfektionen maßgeblich beiträgt“, sagte Dr. Christopher Weidenmaier, der Leiter der Forschungsgruppe: „Wir konnten nun zusätzlich nachweisen, dass der verstärkte Einbau des Zuckerpolymers in die Zellhülle bei Hautinfektionen zu einer veränderten Immunreaktion führt.“ Dies verstärke im Tiermodell die Fähigkeit dieser aggressiven Bakterien, besonders schwerwiegende Hautinfektionen zu erzeugen. Um zu klären, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, müssen weitere Versuche durchgeführt werden.

Die Autoren waren in der Lage, die molekularen Mechanismen genauer zu entschlüsseln, die dem Umbau der Zellhülle zugrunde liegen. Dies eröffnet für die Zukunft die Möglichkeit, bei schweren, durch CA-MRSA-Stämme ausgelösten Hautinfektionen den  Umbau gezielt zu hemmen. „Ein solcher Therapieansatz würde dem menschlichen Immunsystem die Chance geben, die Infektion selbst effizienter zu bekämpfen“, sagte Weidenmaier. Solche sogenannten Anti-Virulenz-Strategien werden in letzter Zeit vermehrt untersucht; hier wird nicht der Erreger selbst bekämpft, sondern seine pathogene Wirkung vermindert. „Im Gegensatz zur klassischen Antibiotikatherapie sollte eine Anti-Virulenz-Strategie zu geringeren Resistenzraten führen“, erklärte der Forscher: „Weil die bakterielle Zelle weder abgetötet noch in Ihrem Wachstum gehemmt wird, unterliegt sie einem geringeren Selektionsdruck.“

Publikation:
Stefanie Wanner, Jessica Schade, Daniela Keinhörster, Nicola Weller, Shilpa E. George, Larissa Kull, Jochen Bauer, Timo Grau, Volker Winstel, Henriette Stoy, Dorothee Kretschmer, Julia Kolata, Christiane Wolz, Barbara M. Bröker and Christopher Weidenmaier: Wall teichoic acids mediate increased virulence in Staphylococcus aureus.  Nature Microbiology, 23. Januar 2017. doi:10.1038/nmicrobiol.2016.257


Kontakt:
Dr. Christopher Weidenmaier
Universität Tübingen
Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin  Tübingen  
Tel. +49 7071 29-81526
christopher.weidenmaier [at] med.uni-tuebingen.de


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NASA Television to Air Service Celebrating Life, Legacy of Eugene Cernan


 
NASA astronaut Eugene Cernan
Credits: NASA
NASA Television will provide the pool coverage of the funeral service for NASA astronaut and U.S. Navy Capt. Eugene A. Cernan at 3:30 p.m. EST (2:30 p.m. CST) on Tuesday, Jan. 24, live from St. Martin’s Episcopal Church in Houston.
Media cameras will not be permitted in the church, however, there will be a designated media area outside. Please note, there will be no interviews with special guests.
Cernan left his mark on the history of exploration by flying three times in space, twice to the moon. He also holds the distinction of being the second American to walk in space and the last human to leave his footprints on the lunar surface.
For more information about Cernan’s life and legacy, visit:

For NASA TV streaming video, schedule and downlink information, visit:


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Montag, 23. Januar 2017

MAIUS 1: Erstes Bose-Einstein-Kondensat im All erzeugt


Quelle: DLR MORABA/T. Schleuß


Erstmalig interferieren ultrakalte Atome im Weltraum

Eines der komplexesten Experimente, das je auf einer Forschungsrakete geflogen wurde: So könnte man das Experiment MAIUS 1 (Materiewellen-Interferometrie unter Schwerelosigkeit) beschreiben, das am 23. Januar 2017 um 3.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit einer Forschungsrakete vom Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Nordschweden ins Weltall gestartet ist. Während der etwa sechsminütigen Phase, in der während des Fluges Schwerelosigkeit herrscht, ist es deutschen Wissenschaftlern erstmalig gelungen, ein Bose-Einstein-Kondensat (BEK) im Weltraum zu erzeugen und für Interferometrie-Experimente zu nutzen. "Bose-Einstein-Kondensate entstehen, wenn ein Gas bis fast auf den absoluten Nullpunkt heruntergekühlt wird", sagt Rainer Forke vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Nun sind wir glücklich, dass wir nachweisen konnten, dass die MAIUS-1-Anlage im Weltraum einwandfrei arbeitet. Während der Schwerelosigkeitsphase konnten rund 100 Einzelexperimente zu verschiedenen Aspekten der Materiewelleninterferometrie durchgeführt werden."

Ultrakalte Atome im Mini-Labor

Wissenschaftler von elf deutschen Forschungseinrichtungen haben innerhalb weniger Jahre die Technologie zur Erzeugung von Bose-Einstein-Kondensaten so miniaturisiert, dass die Experimentanlage in das Nutzlastmodul einer Forschungsrakete von rund zweieinhalb Metern Höhe und 50 Zentimetern Durchmesser passt. "Normalerweise füllt eine solche Apparatur einen ganzen Laborraum", sagt Dr. Stephan Seidel, wissenschaflticher Projektleiter MAIUS 1 von der Universität Hannover. "Die Anlage so kompakt und robust zu konzipieren, dass sie auf einer Forschungsrakete fliegen kann, war eine große Herausforderung für Wissenschaftler und Ingenieure." Will man ein Bose-Einstein-Kondensat erzeugen, so muss eine Wolke von Atomen - in diesem Fall verwenden die Forscher Rubidium-Atome - auf nahezu Minus 273 Grad Celsius abgekühlt werden. Hierfür reichen konventionelle Kühlungsmethoden nicht aus. In einem zweistufigen Verfahren wird daher die Bewegung der Atome zunächst mit Hilfe von Lasern abgebremst - denn je schneller sich ein Atom bewegt, desto höher ist seine Temperatur.

In der MAIUS-Apparatur sind dafür winzige Laser eingebaut, deren Strahlen die Rubidium-Atome abbremsen. Die Teilchen werden auf diese Weise in eine Atom-Falle überführt, aus der sie nicht entweichen können. Diese Falle wird kreiert mit Hilfe eines Atomchips, auf dem Magnetfelder erzeugt werden. Den magnetischen Einschluss kann man sich als die "Wände" der Falle vorstellen. Nach der Laserkühlung beginnt in der Magnetfalle die zweite Phase der Temperaturreduktion. Dabei wird das magnetische Feld reduziert, so dass sich die Höhe der "Wände" verringert. Damit bleiben nunmehr nur die kältesten und damit unbeweglichsten Teilchen in der Falle, während die beweglicheren Atome die niedrigere Barriere überwinden können. Die so erzeugten ultrakalten Atome werden in MAIUS zur Materiewelleninterferometrie genutzt. "Der Reiz, die Interferometrie mit Materiewellen auf möglichst lange Zeiten auszudehnen, hat auch einen wichtigen Anwendungsaspekt", so Prof. Ernst Rasel, PI des Projekts an der Universität Hannover. "Die Empfindlichkeit eines Atominterferometers wächst nämlich quadratisch mit der freien Fallzeit von BEKs in einem solchen Messgerät. So ist es nicht verwunderlich, dass bereits über lang andauernde Missionen von Weltraumsatelliten nachgedacht wird. Auch der Einsatz von Quantensensoren in Satelliten für eine präzisere Geodäsie und Navigation wird schon diskutiert."

Deutsches Know-How auch für ISS-Experiment der NASA gefragt

"Wir sind sehr am deutschen Know-How für unser Cold Atom Laboratory (CAL), einer Apparatur zur Erforschung ultrakalter Quantengase, interessiert", sagt Mark Lee von der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA. "CAL soll bereits im Juni 2017 zur Internationalen Raumstation ISS starten." Bereits im Jahr 2007 war es Wissenschaftlern im Rahmen von QUANTUS (Quantengase unter Schwerelosigkeit) - des Vorläuferprojekts von MAIUS 1 - erstmalig gelungen, ein Bose-Einstein-Kondensat in Schwerelosigkeit zu erzeugen. Dazu wurde die QUANTUS-Anlage in eine Kapsel integriert, mit der im Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) in Bremen Fallturmexperimente durchgeführt wurden. Die weltweit beachtete Forschung mit QUANTUS leistete entscheidende Pionierarbeit für MAIUS und bleibt auch für die Vorbereitung weiterer Missionen eine wichtige Forschungsplattform.

Hatte Einstein Recht?

Mit dem erfolgreichen Start von MAIUS 1 wurde bewiesen, dass die Technologie unter Weltraumbedingungen störungsfrei funktioniert. Mit MAIUS 2 und 3 sollen in den Jahren 2018 und 2019 zwei weitere Missionen folgen. Auf MAIUS 2 werden neben ultrakalten Rubidium-Atomen erstmalig auch ultrakalte Kalium-Atome auf einer Forschungsrakete eingesetzt. Bei MAIUS 3 soll dann die Fallgeschwindigkeit von Bose-Einstein-Kondensaten aus beiden Atomarten via Interferometrie verglichen werden. Damit soll der Teil der Einsteinschen Relativitätstheorie überprüft werden, der besagt, dass im Vakuum alle Massen gleich schnell fallen - das so genannte Äquivalenzprinzip. Würde diese Annahme widerlegt werden, wäre die Relativitätstheorie nicht mehr uneingeschränkt gültig.

Doch auch diese Experimente sind nur ein weiterer Schritt auf dem Weg hin zu einer Langzeitmission im Weltraum. Ziel ist es, die Technologie auch auf Satelliten oder der Internationalen Raumstation ISS einsetzen zu können. Denn dort könnten die Experimente wochen- oder sogar monatelang in Schwerelosigkeit durchgeführt werden, während dies im Fallturm nur für etwa neun Sekunden und beim Raketenflug für rund sechs Minuten möglich ist.

Materiewelleninterferometrie im Weltraum

Ähnlich wie bei Lichtstrahlen können die Welleneigenschaften von Materie mit Hilfe der Interferometrie sichtbar gemacht und für hochempfindliche Messungen genutzt werden. Mit MAIUS ist es gelungen, die Materiewelleninterferometrie mit Bose-Einstein-Kondensaten erstmals erfolgreich im Weltraum einzusetzen. Die Durchführung der Experimente unter Schwerelosigkeit erlaubt es dabei, diese besonderen Quantenzustände über Sekunden aufrecht zu erhalten.

Deutscher Forschungsverbund realisiert die Mission

Das Projekt MAIUS 1 steht unter wissenschaftlicher Leitung der Leibniz Universität Hannover im Verbund mit der Humboldt-Universität und dem Ferdinand-Braun-Institut in Berlin, dem ZARM der Universität Bremen, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Universität Hamburg, der Universität Ulm und der Technischen Universität Darmstadt. Dem Forschungsverbund gehören außerdem das DLR Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen, die DLR-Einrichtung für Simulations- und Softwaretechnik in Braunschweig und die Mobile Raketenbasis des DLR (MORABA) an, welche auch die Startkampagne durchführt. Koordiniert und unterstützt wird das Projekt vom DLR Raumfahrtmanagement mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).


Kontakte

Diana Gonzalez  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Raumfahrtmanagement, Kommunikation
Tel.: +49 228 447-388
Fax: +49 228 447-386

Dr. Thomas Driebe  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Raumfahrtmanagement, Forschung unter Weltraumbedingungen
Tel.: +49 228 447-371
Fax: +49 228 447-735

Dr. Stephan Seidel  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) Mobile Raketenbasis (MORABA)
Tel.: +49 8153 28-2443
Fax: +49 8153 28-1344

Prof. Ernst Rasel  
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover Institut für Quantenoptik
Tel.: +49 511 762-19203  



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Büchner-Preisträger Marcel Beyer liest und diskutiert. Vorstellung eines geplanten Master über professionelles Schreiben

Der Dichter Marcel Beyer kommt an die Uni Köln. Der Büchner-Preisträger wird anlässlich einer Veranstaltung zum geplanten Master „Theorien und Praktiken professionellen Schreibens“ am Institut für deutsche Sprache und Literatur I eine Lesung halten und an einer Diskussion mit Literaturwissenschaftlern, Journalisten und Lektoren teilnehmen. 

Professor Dr. Christof Hamann wird die Veranstaltung mit einer Begrüßung eröffnen. Danach folgt die Autorenlesung einiger Gedichte aus „Graphit. Gedichte von Marcel Beyer“. Anschließend wird Marcel Beyer zusammen mit Dr. Juliane Kreppel, Dr. Jutta Person, Kathrin Schuchmann und Professor Dr. Dieter Stolz über das Thema „Sprechen am Übergang zur Schrift“ diskutieren. Die Diskussion wird von Professor Dr. Nicolas Pethes moderiert. Im Anschluss an die Veranstaltung lädt das Institut für deutsche Sprache und Literatur I zu einem Empfang.

Federführend bei der Konzeption des neuen Masters ist Professor Dr. Christof Hamann. Bereits durch die von ihm initiierte und geleitete TransLit-Professur hatte er guten Kontakt zu dem Schriftsteller – Beyer war der erste Inhaber der Professur. „Beyer ist begeistert von dem geplanten Master“, erklärt der Professor für neuere deutsche Literaturwissenschaft.

Der Master Theorien und Praktiken professionellen Schreibens soll als Ein-Fach-Master studiert werden. In der Konzeption des Schreibmasters finden verschiedenste Schreibformen Berücksichtigung, die im Rahmen des Studienprogramms theoretisch und historisch reflektiert und praktisch erprobt werden sollen. Gegenstand des Studiums werden sowohl nicht-literarische als auch literarische Textsorten sein, die in Hinblick auf ihre unterschiedliche Produktion, Tradition und Aktualität in der gegenwärtigen Medienlandschaft kulturwissenschaftlich, kognitionswissenschaftlich und medientheoretisch erfasst werden. Neben den theoretischen Zugängen soll der Studiengang eine fundierte Ausbildung in rhetorischen, journalistischen und literarischen Techniken bieten und so ein breites Spektrum an professionsorientierten Schreibkompetenzen vermitteln.

Kontakt: Professor Dr. Christof Hamann
Tel: 470-5230
E-Mail: christof.hamann@uni-koeln.de

Wann und Wo: 25. Januar 2017
17.45 Uhr – 19.15 Uhr
Neuer Senatssaal
Hauptgebäude
Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln


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Uni Köln: Hautkrebs unter Kontrolle


Wie die Umgebung den Tumor beeinflusst

Schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, ist die am schnellsten zunehmende Krebsart und die am häufigsten tödlich verlaufende Hauterkrankung. Sandra Iden und ihr Team vom Exzellenzcluster CECAD für Alternsforschung an der Universität zu Köln haben untersucht, welchen Einfluss das umliegende Gewebe auf Tumorbildung- und Wachstum hat. Die Ergebnisse wurden nun im Journal of Experimental Medicine veröffentlicht.

Unsere Haut ist die wichtigste Barriere zur Umgebung und täglich unterschiedlichen Reizen wie UV-Licht, mechanischer Belastung oder Bakterien und Viren ausgesetzt. Übermäßige Sonneneinstrahlung gilt als einer der größten Faktoren für die Entstehung von schwarzem Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt. Während in den 1960er Jahren das Lebenszeitrisiko noch bei 1:600 lag, liegt es aktuell etwa bei 1:100. Entsprechend wichtig ist die bessere Erforschung dieser Krebsart, die früh erkannt und behandelt gute Heilungschancen hat.

Die äußerste Hautschicht, die Epidermis, setzt sich aus verschiedenen Zelltypen zusammen. Keratinozyten bilden vor allem die Hautbarriere und tragen wesentlich zur Wundheilung bei, während Melanozyten einen wichtigen Schutz gegen energiereiches UV-Licht darstellen. Sie produzieren das Pigment Melanin und geben es an Keratinozyten ab. Melanin kann Energie aufnehmen und in Wärme umwandeln, womit es Schaden an der DNA verhindert. Im Falle des schwarzen Hautkrebs entsteht aus den Melanozyten ein Melanom. „Bisher konzentrierte sich die Melanomforschung vorwiegend auf intrinsische Veränderungen innerhalb der Tumorzelle oder die Erkennung durch das Immunsystem. Mittlerweile sind viele Mutationen  bekannt, die das Zellwachstum anheizen“, erklärt Sandra Iden, die Senior-Autorin des Papers. „Wir zeigen jetzt, dass das umliegende Epithel starken Einfluss darauf hat, wie Melanozyten entarten. Keratinozyten halten Melanozyten in Schach und reduzieren so das Risiko, dass ein Melanom entsteht.“

Eine wichtige Rolle in dem Prozess spielen die sogenannten Polaritätsproteine, vor allem Par3. Dieses Eiweiß kontrolliert Form und Funktion von Zellen. Für ihre Untersuchung nutzten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Mäuse mit erhöhter Neigung Melanome zu entwickeln. „Wir konnten spezifisch in der Tumorumgebung in den Signalweg der Polaritätsproteine eingreifen und stellten fest, dass dies die direkte Kommunikation  zwischen  Keratinozyten und Melanozyten stört. Die Folge war eine gesteigerte Tumorbildung und Metastasierung.“ Die weiteren Analysen zeigten, dass Par3 die Entartung von Melanozyten verhindert, indem es das für Zell-Zell-Kontakte wichtige Protein P-Cadherin auf der Zelloberfläche reguliert. „Der Verlust von Par3 führt zu verstärkter P-Cadherin-vermittelter Bindung zwischen Melanozyten und Keratinozyten, was wiederum die Zellteilung und invasiven Fähigkeiten von Melanozyten erhöht“, ergänzt Sandra Iden.

In enger Kooperation mit Forscherinnen und Forschern der Dermatologie der Uniklinik Köln untersuchte das Team von Sandra Iden auch menschliche Gewebeproben von Hautkrebspatienten. „Wir haben uns verschiedene Stadien von Melanomen angeschaut und analysiert, wie die Expression von Par3- und P-Cadherin mit dem Tumorvoranschreiten korreliert. Interessanterweise sehen wir, dass mit gesteigerter Tumorprogression die Par3-Expression im umliegenden Epithel absinkt, während die Kontakte zwischen Tumorzellen und benachbarten Epithelzellen P-Cadherin anreichern. Melanomapatienten mit hoher Expression von P-Cadherin zeigen zudem eine geringere Überlebenszeit als Patienten ohne P-Cadherinveränderung. Die Ergebnisse aus Mausmodell und den humanen Proben sind also stimmig. Wir konnten zeigen wie gesunde, umliegende Zellen auf Krebszellen Einfluss nehmen, ihre Architektur bestimmen und damit Funktion und Anfälligkeit für Tumorbildung steuern. Für künftige präventive, diagnostische und therapeutische Ansätze gegen Krebs sollten wir also unseren Blick weiten und neben Veränderungen innerhalb von Tumorzellen auch die gesunden Gewebszellen einbeziehen.“

Diese Studie wurde durch Förderung seitens des Sonderforschungsbereichs 829, des Zentrum für molekulare Medizin Köln (ZMMK) und des CECAD ermöglicht.


Publikation:
Mescher M*, Jeong P*, Knapp SK, Rübsam M, Saynisch M, Kranen M, Landsberg J, Schlaak M, Mauch C, Tüting T, Niessen CM, and Iden S (2016). The epidermal polarity protein Par3 is a non-cell autonomous suppressor of malignant melanoma. The Journal of Experimental Medicine

Kontakt:   Dr. Sandra Iden
Principal Investigator
Tel.  +49 221 478 89587
E-Mai: sandra.iden@uk-koeln.de 
Peter Kohl
Public Relations Officer
Tel. +49 221 478 84043
E-Mail: pkohl[at]uni-koeln.de

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DZHW: Wissenschaftlerinnen halten trotz Familiengründung an einer Karriere in der Hochschule fest

Wissenschaftlerinnen geben ihr Ziel, eine Karriere in der Wissenschaft weiter zu verfolgen, auch dann nicht auf, wenn sie sich für Kinder entschieden haben. Das gilt vor allem für bereits promovierte Frauen. Bei den befragten promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben bereits 40 Prozent Kinder, während bei Promovierenden 28 Prozent Eltern sind.

Hannover, den 23.01.2017: Elternschaft beeinflusst das Festhalten an einer wissenschaftlichen Karriere weit weniger als erwartet. Viel bedeutsamer, für den Wunsch an einer Hochschule zu bleiben, ist vielmehr das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Dies zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung, die das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) heute veröffentlicht hat.

Bis vor einigen Jahren zeigte sich hier noch ein anderes Bild. „Mit der Geburt des ersten Kindes entschieden sich Akademikerinnen früher häufig dafür, ihre Karriere an der Hochschule zu beenden und in einer anderen Branche eine neue Stelle zu suchen“, erläutert Professor Dr. Monika Jungbauer-Gans, wissenschaftliche Geschäftsführerin des DZHW. Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung, die Veränderung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen beispielsweise bei der Kinderbetreuung und die geteilte Übernahme von Care-Aufgaben lassen jungen Wissenschaftlerinnen ambitioniertere Karriereziele in der Wissenschaft realisierbar erscheinen.  Das hohe Stressniveau, dem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgesetzt sind, reduziert aber besonders bei promovierten Frauen den Wunsch nach einer Karriere in der Wissenschaft. Grund dafür sind beispielsweise die erwarteten zeitintensiven Publikationen in hochrangigen Journalen.

Die befragten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben außerdem an, dass die Ausgestaltung von Arbeitszeiten und -orten sowie eine verlässliche und langfristige Perspektive gewichtige Gründe für oder gegen eine akademische Karriere sind. Die vertiefend zur Online-Befragung durchgeführten Paarinterviews zeigen, wie die Nutzung von beruflichen Handlungsspielräumen oftmals erst durch das Engagement des Partners bzw. der Partnerin in der Familie ermöglicht wird. Besonders in der Wissenschaft gibt es eine hohe Zahl an Paaren mit starken Karriereambitionen, die zudem in einem sehr hohen Maße auf zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder angewiesen sind.
Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine Querschnittsbefragung von Promovierenden und Promovierten beider Geschlechter an 23 zufällig ausgewählten Hochschulen in Deutschland. Im Rahmen einer repräsentativen Online-Umfrage wurden dafür über 4000 Fragebögen ausgewertet und zusätzlich einzelne Nachwuchswissenschaftler(innen) mit ihren Partner(inne)n in persönlichen Interviews zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Wissenschaft befragt. Gefördert wurde die Studien durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Die gesamte Studie steht hier zum Download bereit:


Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH (DZHW)
German Centre for Higher Education Research and Science Studies

Lange Laube 12 | 30159 Hannover | www.dzhw.euGermany

Daniel Matthes
Referent Information und Kommunikation

Officer Information and Communication
                                                    
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Internationaler Aktionstag: Bildhauer der Alanus Hochschule vernetzen sich zur dreidimensionalen Kunst


„Kunst im öffentlichen Raum“: Unter diesem Motto feiert das Internationale Fest für zeitgenössische Skulptur „start'17“ am Sonntag, 29. Januar, die dreidimensionale Kunst. Dabei befindet sich die gesamte Szene im Austausch – am selben Tag, zur selben Zeit, an den unterschiedlichsten Orten. Alle Teilnehmer der 70 Veranstaltungen sind virtuell miteinander vernetzt und kommunizieren ihre Eindrücke live über soziale Netzwerke. Die 70 Gastgeber zeigen, wie zeitgenössische Skulptur entsteht und geben Gelegenheit, die Protagonisten rund um diese faszinierende Kunstform persönlich kennenzulernen. Auch die Bildhauer der Alanus Hochschule laden ab 11 Uhr in die Ateliers des Johannishofs in Alfter ein. Bildhauerei-Professor Andreas Kienlin vermittelt einen Einblick in den Studienverlauf der Bildhauerei und führt durch die Ateliers. Essen und Trinken serviert das erste Studienjahr. Mit den Einnahmen finanzieren sich die Studenten ihre Studienreise nach Norwegen im Frühjahr.

Ein Highlight ist, dass „start'17“ im Kontext des Netzwerks erlebbar sein wird: Alle Teilnehmer sind virtuell vernetzt und können ihre Impressionen live auf einer Photowall miteinander teilen. Fotos und Kommentare, die auf den Veranstaltungen entstehen und auf Twitter oder Instagram gepostet werden, können von allen Besuchern live auf Leinwänden verfolgt werden. „Das ist etwas ganz Besonderes für unsere Studenten. Sie können interessante Kontakte knüpfen. Netzwerkbildung ist außerordentlich wichtig“, sagt Kienlin, der die Veranstaltung an der Alanus Hochschule in Kooperation mit der Firma Bildhau organisiert.

sculpture network ist Europas führende Plattform für dreidimensionale Kunst – eine non-profit Organisation zur aktiven Förderung und Unterstützung zeitgenössischer Skulptur. Die Plattform organisiert regelmäßig lokale und internationale Veranstaltungen, bei denen sich die europäische Skulpturenszene trifft, sich austauscht, diskutiert und Kunst gemeinsam erlebt. „start'17“ ist ein europaweit stattfindendes Fest der Skulptur. Seit 2010 treffen sich jährlich tausende Menschen, die sich für zeitgenössische Skulptur begeistern.

Veranstaltungsort
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Campus I, Johannishof
53347 Alfter bei Bonn

Über die Alanus Hochschule
Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft ist eine staatlich anerkannte Kunsthochschule in Alfter bei Bonn. Wichtiger Teil des Konzepts der Hochschule ist die Begegnung von Kunst und Wissenschaft. Sie vereinigt unter ihrem Dach Studiengänge aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Schauspiel, Eurythmie, Kunsttherapie, Pädagogik und Betriebswirtschaftslehre. Der Blick über den Tellerrand des eigenen Studienfachs ist ein wesentlicher Teil des Bildungskonzepts der Alanus Hochschule. Alle Studenten besuchen das fach- und jahrgangsübergreifende „Studium Generale“. Zu den konkreten Disziplinen des kulturwissenschaftlichen Ergänzungsstudiums gehören unter anderem Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Philosophie- und Kulturgeschichte sowie Kunstwissenschaft. Zurzeit sind rund 1600 Studenten eingeschrieben, die von etwa 70 Professoren betreut werden. Alle Abschlüsse der Alanus Hochschule sind staatlich anerkannt.


Felix Cornelsen
Hochschulkommunikation
Tel.: +49 (0)2222 9321 – 1904
E-Mail: felix.cornelsen@alanus.edu
Pressesprecherin Dr. Julia Wedel
Tel.: +49 (0)2222 9321 – 1942
Fax: +49 (0)2222 9321 – 21
E-Mail: julia.wedel@alanus.edu
Internet: www.alanus.edu
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
Alanus University of Arts and Social Sciences
Villestraße 3 – 53347 Alfter



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Neue politische Idee für Europa: Bildungs-, Forschungs- und Innovationsgemeinschaft

HRK-Präsident: stärkste Bindekraft in einer existenziellen Krise

Am morgigen Dienstag (24. Januar 2017) wird die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) eine Europäische Bildungs-, Forschungs- und Innovationsgemeinschaft fordern. Zu ihrem jährlichen Strategietag in Brüssel werden über 100 Hochschulleiterinnen und -leiter mit hochrangigen Repräsentantinnen und Repräsentanten der EU-Organe diskutieren (Programm in der Anlage).
HRK-Präsident Professor Horst Hippler heute in Berlin:
„EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte Recht: Die Europäische Union befindet sich in einer existenziellen Krise und jetzt ist nicht die Zeit für ‘business as usual‘. Bildung, Forschung, und Innovation sind unsere bedeutendsten Rohstoffe und unser entscheidendes Kapital in Europa. Bildung und Kultur haben eine starke, vielleicht die stärkste Bindekraft für die europäische Gesellschaft.
Die EU-Politik ist gefordert, diesen Themen eine entsprechend zentrale Rolle in zukommen zu lassen. Deshalb sollten die im Augenblick zerstückelten EU-Politikfelder von Bildung, Forschung, Innovation und auch Kultur neu gedacht werden – als ein identitätsstiftendes Gemeinschaftsprojekt.
Die Europäische Union hat bereits gezeigt, welches Potenzial in diesen Bereichen steckt: Ihre Bildungsprogramme haben Millionen von Studierenden, Hunderttausenden von Hochschullehrerinnen und -lehrern und Verwaltungsangehörigen sowie Auszubildenden eine konkrete Erfahrung von Europa verschafft und somit zur Entwicklung und Stärkung einer europäischen Identität beigetragen. Das Europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizont 2020, ist das größte Programm zur Forschungsförderung weltweit. Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat sich in der globalen Wissenschaftsszene zum Leuchtturm für Forschungsexzellenz entwickelt.
Das Potenzial ist da, aber die EU macht zu wenig daraus. So engt sie seit Jahren ihre bildungspolitischen Ziele auf die Steigerung der unmittelbaren Berufsbefähigung von Absolventinnen und Absolventen ein. Mindestens ebenso dringend jedoch werden die anderen Dimensionen der Hochschulbildung gebraucht: Neben Fachwissen vor allem Persönlichkeitsbildung, kritisches Denkvermögen, Bürgersinn, Toleranz gegenüber Andersdenkenden.
Daher sollte die Europäische Union die exzellenten Potenziale von Bildung, Forschung, Innovation und Kultur verbinden und für ihre Bürger optimal nutzbar zu machen. Dabei müssen die richtigen Instrumente eingesetzt werden. Eine Europäische Bildungs-, Forschungs- und Innovationsgemeinschaft muss ‘von unten‘ und von allen getragen werden. Sie kann nur entstehen, wenn die Europäischen Institutionen und Politik und Wissenschaft in den EU-Mitgliedstaaten hier eng zusammenarbeiten. Dabei wird es darauf ankommen, die Vielfalt und Verschiedenheit der Bildungs-, Forschungs- und Innovationssysteme als Chance zu begreifen und tatkräftig zu nutzen. Nur dann kann ein neues identitätsstiftendes Gemeinschaftsprojekt für Europa entstehen.“


Stefanie Schulte-Austum
Hochschulrektorenkonferenz (HRK)
German Rectors´ Conference
Ahrstraße 39
53175 Bonn
Tel.: +49 (0)228 887-153
Fax: +49 (0)228 887-280
E-Mail: schulte@hrk.de



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Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015