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Freitag, 21. Juli 2017

NASA Recommends Safety Tips to View the August Solar Eclipse


A total solar eclipse, which is when the Moon completely covers the Sun, will occur across 14 states in the U.S. on Aug 21, 2017
A total solar eclipse, which is when the Moon completely covers the Sun, will occur across 14 states in the continental U.S. on Aug 21, 2017.
Credits: NASA

More than 300 million people in the United States potentially could directly view the Aug. 21 total solar eclipse, and NASA wants everyone who will witness this celestial phenomenon to do so safely.

That Monday, a partial eclipse will be visible in every state. A total solar eclipse, which is when the Moon completely covers the Sun, will occur across 14 states in the continental U.S. along a 70-mile-wide (112-kilometer-wide) swath of the country.

It’s common sense not to stare directly at the Sun with your naked eyes or risk damaging your vision, and that advice holds true for a partially eclipsed Sun. But, only with special-purpose solar filters, such as eclipse glasses or a handheld solar viewer, you can safely look directly at the Sun. 

NASA recommends that people who plan to view the eclipse should check the safety authenticity of viewing glasses to ensure they meet basic proper safety viewing standards.

Eclipse viewing glasses and handheld solar viewers should meet all the following criteria:
·      Have certification information with a designated ISO 12312-2 international standard
·      Have the manufacturer’s name and address printed somewhere on the product
·      Not be used if they are older than three years, or have scratched or wrinkled lenses
·      Not use homemade filters, or be substituted for ordinary sunglasses -- not even very dark ones -- because they are not safe for looking directly at the Sun
“While NASA isn’t trying to be the eclipse safety glasses ‘police,’ it’s our duty to inform the public about safe ways to view what should be a spectacular sky show for the entire continental United States,” said Alex Young, associate director for science in the Heliophysics Science Division at NASA's Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. “It’s important that individuals take the responsibility to check they have the proper solar eclipse viewing glasses. With the eclipse a month away today, it’s prudent to practice ahead of time.”
An alternative method for safe viewing of the partially-eclipsed Sun is with a pinhole projector. With this method, sunlight streams through a small hole – such as a pencil hole in a piece of paper, or even the space between your fingers – onto a makeshift screen, such as a piece of paper or the ground. It’s important to only watch the screen, not the Sun. Never look at the Sun through the pinhole -- it is not safe.

NASA has coordinated with medical and science professionals to provide additional safety information. For details, visit:

More than 6,800 libraries across the U.S. are distributing safety-certified glasses. Many are working with scientists to hold viewing events and activities before and during the eclipse. For a listing of participating libraries, visit:

NASA Television is offering a special live program, “Eclipse Across America: Through the Eyes of NASA” with real-time coverage of the event from coast to coast. The nearly four-hour program will include unprecedented images of the Aug. 21 eclipse from numerous spacecraft -- including the International Space Station – high-altitude aircraft and balloons, and ground observations. Each will offer a unique vantage point for the eclipse. Additionally, the broadcast will include live coverage of activities in parks, libraries, stadiums, festivals and museums across the nation, and on social media. To watch the Aug. 21 NASA TV eclipse broadcast online and access interactive web content and views of the eclipse from these assets, visit:

Donnerstag, 20. Juli 2017

Gute Nacht, LISA Pathfinder!


LISA Pathfinder nach einer erfolgreichen Mission, die alle Erwartungen übertraf, am Abend des 18. Juli wie geplant abgeschaltet


Nach 16 Monaten wissenschaftlicher Messungen deaktivierte ein internationales Team den LISA-Pathfinder-Satelliten am Abend des 18. Juli 2017. Das Gravitationswellen-Labor im All schaltete sich nach den letzten Kommandos am Abend ab und umläuft die Sonne in einem sicheren Parkorbit. LISA Pathfinder hat die Schlüsseltechnologien für LISA, das zukünftige Gravitationswellen-Observatorium im All, erprobt und deren Funktionsfähigkeit bewiesen. LISA soll im Jahr 2034 als ESA-Mission ins All starten und wird mit der Messung niederfrequenter Gravitationswellen dem gesamten Universum „lauschen“.

Ein einzigartiger Moment

LISA Pathfinder hat die Schlüsselelemente eines Gravitationswellen-Observatoriums im Weltraum getestet.Bild vergrößern
LISA Pathfinder hat die Schlüsselelemente eines Gravitationswellen-Observatoriums im Weltraum getestet.
„Als wir gestern Abend das letzte Mal Kontakt mit LISA Pathfinder hatten und uns vom Satelliten verabschiedeten, war das ein einzigartiger und emotionaler Moment“, sagt Prof. Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover und Co-PI der LISA-Pathfinder-Mission. „Nach jahrelanger Planung und dem Start des Satelliten im Dezember 2015 haben wir seit Anfang 2016 viele Tage und Nächte damit verbracht, mit LISA Pathfinder den Weg für die Zukunft der Gravitationswellen-Astronomie zu ebnen.“

LISA Pathfinder hat mit seinen Messungen, die die Erwartungen aller beteiligten Wissenschaftler übertrafen, gezeigt, dass die erforderliche Technologie für die geplante LISA-Mission bestens funktioniert. Nun arbeitet das internationale Forschungsteam unter Federführung von Hannoveraner Forschenden mit Hochdruck daran, das größte Gravitationswellen-Observatorium aller Zeiten zu realisieren.

Die Zukunft der Gravitationswellen-Astronomie mit LISA

Die geplante LISA-Mission wird Gravitationswellen im Weltall messen. Sie besteht aus drei Satelliten im Abstand von Millionen von Kilometern. Mittels Laserlicht werden die Forscher die winzigen Abstandsänderungen messen, die vorbeirasende Gravitationswellen erzeugen.Bild vergrößern
Die geplante LISA-Mission wird Gravitationswellen im Weltall messen. Sie besteht aus drei Satelliten im Abstand von ... [mehr]
LISA soll im Jahr 2034 als Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ins All starten. US-Forschende prüfen derzeit wie die NASA sich an der Mission beteiligen kann. LISA wird aus drei Satelliten bestehen, die mit Lasern ein gleichseitiges Dreieck mit 2,5 Millionen Kilometern Kantenlänge aufspannen. Durch den Formationsflug im All laufende Gravitationswellen verändern diese Abstände um Billionstel Meter.

LISA wird niederfrequente Gravitationswellen messen. Diese entstehen bei Ereignissen wie verschmelzenden extrem massereichen Schwarzen Löchern mit Millionen oder Milliarden Sonnenmassen in Galaxienzentren, Millionen von Doppelsternen in unserer Galaxie oder exotischen Quellen wie kosmischen Strings.

„Nach dem Ende der Pathfinder-Mission können wir unsere Arbeit mit vollem Elan an LISA fortsetzen. Mit LISA werden wir die Verschmelzungen extrem massereicher Schwarzer Löcher aus dem gesamten Universum belauschen und ihre Eigenschaften erfassen“, so Danzmann. „Damit ergänzen wir die Messungen irdischer Detektoren wie GEO600, LIGO und Virgo und vervollständigen unser lückenhaftes Bild von der dunklen Seite des Universums.“

Guter Satellit, du gehst so stille…

Die Bordsysteme von LISA Pathfinder schalteten sich nach Empfang der Signale aus dem Europäischen Weltraumkontrollzentrum ESOC am 18. Juli 2017 kurz nach 20:00 Uhr MESZ ab. Damit hält der Satellit Funkstille ein und sendet und empfängt keine weiteren Signale im Radiobereich. Die meisten Komponenten des Weltraumlabors sind ebenfalls abgeschaltet. Bereits im April sorgte ein Bahnmanöver dafür, dass der Satellit in eine sichere Parkumlaufbahn um die Sonne eintrat, die ihn für mehr als 100 Jahre von der Erde fern hält.

Kontakt
Dr. Benjamin Knispel
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik Hannover

Tel.: 0511-762-19104

Kühl kalkuliert: Metallische Substrate für die zukünftige Halbleiter-Technologie und Green IT

Einem internationalen Forscherteam unter der Leitung der Jülicher Chemikerin Dr. Hilde Hardtdegen gelang es erstmals, Hochleistungs-Transistoren auf einem metallischen Trägermaterial zu entwickeln. Das Metall-Substrat reduziert nicht nur das Aufheizen des Halbleiters und leitet einen Großteil der Wärme effektiv ab, sondern macht das Bauelement außerdem stabiler.

Die immer weiter fortschreitende Miniaturisierung von Halbleiterbauteilen macht unsere Computer und Handys kleiner und leistungsfähiger, doch sie hat einen Preis. Da immer mehr einzelne Bauelemente auf kleinstem Raum integriert werden, steigt auch die Packungsdichte. Das macht es schwieriger, die Wärme abzuleiten, die durch den Stromfluss entsteht. Diese Wärmeentwicklung wirkt sich nicht nur nachteilig auf die Funktion der Bauteile aus, sondern auch auf ihre Lebensdauer. Effiziente Wärmeableitung ist daher essenziell für die weitere Entwicklung von Schaltkreisen, insbesondere wenn es um hohe Rechengeschwindigkeiten und -leistungen geht. Daher sind neue Konzepte gefragt – wie etwa metallische Trägermaterialien für Halbleiterbauelemente.

Die effektive Wärmeableitung ist der Schlüssel
"Metalle sind sehr gute Wärmeleiter", erklärt Hilde Hardtdegen vom Jülicher Peter Grünberg Institut. "Doch bisher kamen sie als Trägermaterialien nicht in Frage. Unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften und vor allem Unterschiede im Kristallgitter machten ein Aufbringen von monokristallinen Halbleiterschichten auf metallische Substrate mit konventionellen Methoden unmöglich."


Dr. Hilde HardtdegenDr. Hilde Hardtdegen im Materialherstellungslabor mit einem metallischen Substrat
Copyright: Forschungszentrum Jülich / Martin Mikulics

Jülicher Wissenschaftlern ist dies nun erstmals gelungen, gemeinsam mit Kollegen aus der Slowakei, Tschechien und Australien. "Entscheidend dabei war, dass wir die für den Abscheideprozess notwendige Temperatur gesenkt haben", erklärt Hardtdegen. "Insbesondere mussten wir ein kontrolliertes Aufheizen und Abkühlen der Proben gewährleisten. So konnten wir verhindern, dass sich an der Grenzschicht zwischen dem metallischen Trägermaterial und der Halbleiterschicht mechanische Spannungen aufbauen."
Wie viel besser leiten nun metallische Trägermaterialien die Wärme ab? Das hängt vom Temperaturbereich ab, erklärt Hardtdegen. "Hochleistungs-Transistoren erhitzen sich während des Betriebs von Raumtemperatur auf bis zu mehreren hundert Grad Celsius. In diesem Bereich zeigen die von uns verwendeten Silber-Trägermaterialien eine mehr als achtfach höhere Wärmeleitfähigkeit als die konventionellen Saphir-Substrate. Im Endeffekt reduziert das die Aufheizung der Halbleiterstrukturen um bis zu 70 Prozent."

Von Flugzeugen bis zu Handys

Dr. Hilde Hardtdegen mit dem Halbleiter/Metall Substrat Chip mit fertigem Transistoren-ArrayDr. Hilde Hardtdegen mit dem Halbleiter/Metall Substrat Chip mit fertigem Transistoren-Array
Copyright: Forschungszentrum Jülich / Martin Mikulics
Die möglichen Anwendungen für ein solches metallisches Trägermaterial sind vielfältig: Hochleistungselektronik für mobile Funknetze, Bauteile für die Automobil- und Flugzeugindustrie, selbst alltägliche Geräte wie Handys oder Tablets – eben überall dort, wo sich Wärmeentwicklung nachteilig auf die Funktion von Geräten auswirken kann.
Halbleiter/Metall Substrat Chip mit fertigem Transistoren-ArrayHalbleiter/Metall Substrat Chip mit fertigem Transistoren-Array
Copyright: Forschungszentrum Jülich / Martin Mikulics
Doch noch ist das Zukunftsmusik. "Die im Labor optimierten Prozesse müssten selbstverständlich an die Anforderungen der Massenproduktion angepasst werden, und ebenso an die jeweiligen technischen Spezifikationen für diverse Endprodukte", so Hardtdegen. "Vor allem Stabilität und Wiederholbarkeit müssen noch gezielt optimiert werden." Die optimistischste Einschätzung der Wissenschaftler für eine tatsächliche Anwendung ihrer Entwicklung liegt bei fünf bis sieben Jahren.

Originalveröffentlichung

M. Mikulics, P. Kordos, A. Fox, M. Kocan, H. Lüth, Z. Sofer, H. Hardtdegen, Efficient heat dissipation in AlGaN/GaN heterostructure grown on silver substrate, Appl. Mater Today vol. 7 pp. 134 – 137, 2017
DOI: 10.1016/j.apmt.2017.02.008

Weitere Informationen:

Ansprechpartner:

Dr. Hilde Hardtdegen
Peter Grünberg Institut, Halbleiternanoelektronik (PGI-9)
Tel.: +49 2461 61-2360
E-Mail: h.hardtdegen@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Dr. Regine Panknin
Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 2461 61-9054
E-Mail: r.panknin@fz-juelich.de

Mittwoch, 19. Juli 2017

Hanns-Seidel-Stiftung vergibt Förderpreis für Politische Publizistik

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München. Die Hanns-Seidel-Stiftung hat gestern ihren traditionellen, mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Förderpreis für Politische Publizistik vergeben. Aus allen Einsendungen zum Thema „Herausforderung: Einwanderung“ wurden vier Texte (erster, zweiter Preis und zwei dritte Preise) prämiert. Der Wettbewerb richtet sich an alle Studierenden und Erstpromovierenden der deutschen Hochschulen, die jünger als 30 Jahre sind.
Preistraeger mit maennle
Die Preisträger mit der Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung, Prof. Ursula Maennle

Die Preisträger erhielten ihre Preise aus der Hand der Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung, Ursula Männle: „Ziel unserer Auslobung ist, den Dialog mit der akademischen Jugend anzuregen und sie zu ermutigen, sich differenziert, offen und politisch über aktuelle und grundlegende Fragen zu äußern. Ganz generell versuchen wir Themen aufzugreifen, von denen die junge Generation betroffen ist, die sich zu einer konstruktiven Auseinandersetzung eignen und eine breite Bearbeitung ermöglichen. Und das haben die Preisträger in im wahrsten Sinne ausgezeichneter Weise getan. Ich gratuliere herzlich.“

Der Fachjury gehörten dieses Mal an Birgit van Eimeren, Leiterin Unternehmensplanung und Medienforschung beim Bayerischen Rundfunk, Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Stern-Chefredaktion, Prof. Dr. Elke Mack, Lehrstuhlinhaberin für Christliche Sozialwissenschaft und Sozialethik, Universität Erfurt, Prof. Dr. Angela Schorr, Fakultät Psychologie, Pädagogische Psychologie, Medienpsychologie der Universität Siegen, Dr. Dirk Walter, Redakteur Bayern & Region beim Münchner Merkur, Dr. Susanne Schmid und Paula Bodensteiner, jeweils Referatsleiterinnen in der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung. Die Jury hatte sich ihrer Aufgabe mit großer Sorgfalt, viel Fleiß und Einfühlungsvermögen, Sachkompetenz und großem Teamgeist gestellt.

Erster Preis an Miriam Falter
Der erste Preis ging an Miriam Falter (Jahrgang 1992). Sie studiert an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Lehramt an Werkreal-, Haupt- und Realschulen, Geographie, Politikwissenschaft und Deutsch. Ihr Beitrag hat den Titel „Als Willkommenskultur ist die Schule wichtig! - Die Integration von Flüchtlingskindern in das deutsche Schulsystem, am Beispiel Heidelbergs“. Darin betont Falter die entscheidende Rolle der Schulen bei der Integration, was in der öffentlichen Wahrnehmung eher unterzugehen drohe. Denn die schulische Integration geschehe weitgehend geräuschlos, wahrscheinlich, weil es wenige offensichtliche, dennoch aber schleichende Probleme unter der allgemeinen Wahrnehmungsschwelle gebe. Die Autorin plädiert dafür, „Zuwanderung“ schnell zu einem Thema der Lehrerausbildung zu machen.
Votum der Jury:
„Eine überzeugende Abhandlung zur Thematik, die die Verantwortung des Lehrpersonals in den Schulen sowie generell den Bildungsaspekt in den Fokus der Einwanderungspolitik rückt. Ein Schlüsselbeitrag für gelingende Integration!“ 

Zweiter Preis an das Autorenteam Tilman Knop und Christian Mahler
Den zweiten Preis erhielt das Autorenteam Tilman Knop (Jahrgang 1995) und Christian Mahler (Jahrgang 1994). Beide absolvieren den Bachelor Studiengang Sociology, Politics & Economics an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. In ihrem Beitrag „Ökonomische Herausforderungen der Flüchtlingskrise“ skizzieren die beiden Integrationspolitik unter dem Aspekt volkswirtschaftlicher Herausforderungen. Um Zuwanderung zu einem „Gewinn“ zu machen, benötige die Gesellschaft einen langen Atem. Zuwanderung habe aber ein "enormes ökonomisches Potenzial“.
Votum der Jury:
„Sticht thematisch in der Gesamtschau der eingereichten Aufsätze hervor. Klare nachvollziehbare Argumentation, die sich nicht scheut, die Risiken der Einwanderung, aber auch die Chancen der Integration für die Gesellschaft aufzuzeigen. Analytisch und stilistisch sehr gute wissenschaftliche Abhandlung.“

Zwei Dritte Preise an Johannes Hummel und Saurabh Divekar
Einen dritten Preis konnte Johannes Hummel (Jahrgang 1988) erzielen. Hummel studiert im Masterstudiengang Staatswissenschaft an der Universität Passau. Sein Beitrag hat den Titel: „Christliche Verantwortungsethik statt grenzenlosem Idealismus: warum wir nicht mehr Menschen aufnehmen dürfen, als wir integrieren können“. Der Autor hält ein klares Plädoyer für die viel diskutierte „Obergrenze“. Die schlüssigen, gut hergeleiteten Argumente dafür werden mit einer Vielzahl von Quellen und Zitaten belegt.
Votum der Jury:
„Klar in seiner Härte, sauber argumentiert. Eine flüssig geschriebene, lesenswerte Auseinandersetzung mit der Thematik, die zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Geschriebenen anregt.“
Über den weiteren dritten Preis konnte sich Saurabh Divekar (Jahrgang 1987) freuen. Er studierte Germanistik an der Pune University in Indien und Deutsch als Fremdsprache an der freien Universität Berlin, zuletzt arbeitete er an seiner Dissertation „Behandlung der Geschichte in Deutsch als Fremdsprache“ an der Jawaharlal Nehru Universität in Neu Delhi.
„Wo bleibt die politische Mitte?“ lautet der Titel seines Beitrags. Klar und eindringlich schildert der Autor den Umgang mit der Flüchtlingskrise in Deutschland aus seiner Warte. Seine persönliche Schilderung beendet er sehr konsequent mit Lösungsansätzen, wie man sowohl individuell als auch institutionell (vor allem in der medialen Berichterstattung) Ausgrenzung vermeiden kann, um eine liberale, tolerante Gesellschaft zu bewahren.
Votum der Jury:
„Facettenreiche, bildhafte Darstellung persönlicher Eindrücke um die Thematik Einwanderung in der deutschen Gesellschaft. Ein authentischer Beitrag, der als einziger den Blick von außen wagt.“

Den festlichen Rahmen der Verleihung bildete eine Lesung von
dem Dichter, Schriftsteller, Literaturvermittler, Islamwissenschaftler, Übersetzer und Journalisten Nefvel Cumart über „Zu Hause in der Fremde“. Der Bundesverdienstkreuzträger Cumart, geboren 1964 in Lingenfeld (Rheinland-Pfalz), wuchs in Stade (Niedersachsen) auf und studierte ab 1986 Turkologie, Arabistik, Iranistik und Islamwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg, wo er auch lebt. Seine Eltern kamen vor 65 Jahren mit den ersten türkischen Gastarbeitern nach Deutschland. Heute zählt er mit 18 Gedichtbänden zu den produktivsten und kreativsten Lyrikern seiner Generation in der Bundesrepublik.

Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgte die Band „Jisr“, was auf deutsch „Brücke“ heißt. Die beiden syrischen Interpreten, Abathar Kmash und Ehab Abou Fakhir, flohen im Frühjahr 2016 aus ihrer Stadt Al-Suweida nach Deutschland. Zuvor an der Musikhochschule in Damaskus professionell ausgebildet, hatten die beiden Künstler nur eine Violina und eine Oud-Laute im Gepäck, als sie in München ankamen. Hier lernten sie den marokkanischen Musiker Mohcine Ramdan kennen. Aus dieser Zufallsbekanntschaft entstand eine Gruppe, die zwischen Orient und Okzident musiziert. In kürzester Zeit schlugen sie hier künstlerische Wurzeln und gaben bereits etliche Konzerte.


Hanns-Seidel-Stiftung
Referat I/1
Thomas Reiner
presse@hss.de
089 1258 500


Dienstag, 18. Juli 2017

Viele Sternchen vom Wissenschaftsrat für Forschungsinfrastrukturen


Hohes wissenschaftliches Potenzial für Projekte mit Jülicher Beteiligung
Jülich, 18. Juli 2017 – Das Forschungszentrum Jülich ist Partner bei fünf von elf Forschungs­infrastrukturen, die der Wissenschaftsrat jetzt begutachtet und zum Teil als "herausragend" eingestuft hat. Jülich ist beteiligt an Forschungsvorhaben zur Elektronenmikroskopie, zur Atmosphären- und Erdsystemforschung sowie zur biomedizinischen Bildgebung. Der Wissenschaftsrat bewertete die geplanten Infrastrukturen nach ihrem wissenschaftlichen Potenzial, nach Nutzung, Umsetzbarkeit sowie nach ihrer Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Die Bundesregierung entscheidet in der kommenden Legislaturperiode auf Grundlage der Bewertung des Wissenschaftsrats über die Aufnahme der Projekte in die Nationale Roadmap des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
"Die Bedeutung von großen Forschungsinfrastrukturen nimmt im globalen Wissenschaftssystem immer weiter zu", erklärt Prof. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrum Jülich. "Viele Forschungsfragen lassen sich nur mit Hilfe von weltweit einzigartigen Großgeräten oder Geräteplattformen lösen. Örtlich und zeitlich höchstaufgelöste Messdaten ermöglichen neuartige Einsichten in Struktur und Dynamik der betrachteten Systeme, die selbst als Grundlage innovativer Datenprodukte für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft dienen", so Marquardt weiter. "Die herausragende wissenschaftliche Bewertung der vom Forschungszentrum Jülich maßgeblich mitgestalteten Vorhaben in den Material-, Neuro- und Klimawissenschaften ist uns Ansporn und Verpflichtung zugleich, um den Wissenschaftsstandort Deutschlands weiter zu stärken und dessen Attraktivität für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt weiter zu erhöhen."

Nationale Biomedizinische Bildgebungseinrichtung (NIF)

Ein "herausragendes wissenschaftliches Potential" sieht der Wissenschaftsrat in dem Konzept zur Nationalen Biomedizinischen Bildgebungseinrichtung (NIF). In der NIF werden multimodale Bildgebungstechnologien für die Neurowissenschaften bereitgestellt. Nach und nach werden ein Hochfeld 7 Tesla Human-MRT-PET-EEG, ein Hochfeld MRT zur präklinischen Forschung und ein MEG der nächsten Generation aufgebaut und in einem integrierten Konzept einer vielschichtigen Nutzung zugänglich gemacht. Durch die höchstauflösende Charakterisierung von Strukturen, Funktionen und Stoffwechselprozesse sei "ein Durchbruch in der Diagnostik von Krebserkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems zu erwarten", so der Wissenschaftsrat in seiner Bewertung. Die NIF, die vom Forschungszentrum Jülich und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) realisiert werden soll, will eine offen zugängliche Infrastruktur werden, die sowohl die Grundlagenforschung als auch die technische Entwicklung und klinische Anwendungen fördert. Schon ab 2018 soll NIF Zugang zu den bereits vorhandenen Geräten gewähren, dem 9,4 Tesla Hybridscanner am Forschungszentrum Jülich und den 7 Tesla MRI-Scannern, die dann an beiden Forschungseinrichtungen vorhanden sind.

AtmoSat

Abläufe in der mittleren Atmosphäre, zwischen fünf und 100 Kilometern Höhe über dem Boden, wirken sich auf das globale und das regionale Klima aus. Diesen Einfluss detailliert zu untersuchen, ist Ziel von AtmoSat: Das gemeinsame Konzept des Forschungszentrums Jülich und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) kombiniert Satelliten-Beobachtungssystem und Dateninfrastruktur. Weiterer Partner ist das Deutsche GeoForschungszentrum GFZ. In seiner Begutachtung hat der Wissenschaftsrat AtmoSat herausragend bewertet. Die höchstmögliche Bewertung erhielt das Vorhaben auch beim wissenschaftlichen Potenzial: AtmoSat werde hochwertige Messdaten der mittleren Atmosphäre liefern und damit "bahnbrechende Erkenntnisse über atmosphärenchemische und -physikalische Prozesse ermöglichen", so der Wissenschaftsrat. Die Datensätze seien für die Erforschung „des globalen Klimawandels von höchster Relevanz“. Der Start von AtmoSat ist für 2023 geplant.

Ernst Ruska-Centrum 2.0

"Eine hohe wissenschaftliche Innovationskraft und einen wesentlichen Sprung in der Technologieentwicklung" bescheinigt der Wissenschaftsrat auch dem Konzept einer Nationalen Forschungsinfrastruktur für höchstauflösende Elektronenmikroskopie, dem Ernst Ruska-Centrum 2.0. Mit Hilfe von weltweit einzigartigen Elektronenmikroskopen der nächsten Generation sollen Strukturen auf atomarer und molekularer Ebene untersucht werden und neue Möglichkeiten für die Charakterisierung von Materialien aller Art, wie auch von biologischer Materie geschaffen werden. Die zu erwartenden Beiträge seien „sowohl für die Material- als auch für die Lebenswissenschaften von sehr großer Bedeutung“. Der Wissenschaftsrat erwartet eine Anziehungskraft auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Die begutachtete Einrichtung würde sich auf dem bereits bestehenden Ernst Ruska-Centrum für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen (ER-C) am Forschungszentrum Jülich gründen. Es soll mit der RWTH Aachen, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und weiteren assoziierten Kooperationspartnern gemeinsam betrieben werden. Der Betriebsbeginn ist für das Jahr 2022 geplant.

ACTRIS-D und Tandem-L

Das Forschungszentrum ist außerdem an zwei weiteren Vorhaben beteiligt: an ACTRIS-D, dem deutschen Beitrag zu einer europäischen Forschungsinfrastruktur, mit der die Zusammensetzung und Wechselwirkung atmosphärischer Aerosole, Spurengase und Wolken untersucht werden soll sowie an Tandem-L, das mit zwei SAR-Satelliten vielerlei dynamische Prozesse auf der gesamten Erdlandmasse in einzigartiger Qualität und Auflösung abbilden soll.

Bericht zur wissenschaftlichen Bewertung

Der "Bericht zur wissenschaftsgeleiteten Bewertung umfangreicher Forschungsinfrastrukturvorhaben für eine Nationale Roadmap" in Deutschland ist das Ergebnis eines seit Januar 2016 laufenden Begutachtungsprozesses und wurde von internationalen Experten aus verschiedenen Fachgruppen erstellt. Dazu hat ein vom Wissenschaftsrat eingesetzter Ausschuss auf Bitte des BMBF insgesamt zwölf große Infrastrukturen mit Volumen von jeweils mehr als 50 Millionen Euro begutachtet.

Weitere Infos:

Kontakt:

Annette Stettien
Forschungszentrum Jülich 
Unternehmenskommunikation
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de
Tel.: 02461 61-2388

Technologieerprobungsträger für unbemanntes Fliegen: SAGITTA meistert erfolgreich Erstflug


Quelle: Airbus


Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat gemeinsam mit dem Projektleiter Airbus Defence and Space ein neuartiges Fluggerät für die Entwicklung künftiger serienreifer Drohnen (UAV – unmanned aerial vehicle) erfolgreich im Flug erprobt. Der unbemannte, strahlgetriebene Technologie-Demonstrator mit Projektnamen SAGITTA, flog auf dem südafrikanischen Testgelände Overberg rund sieben Minuten vollständig autonom auf einem vorprogrammierten Kurs. Die innovative Nurflügel-Konstruktion zeigte dabei herausragende Flugeigenschaften. Mit dem Flug wurde nun die erste Erprobungsphase, die auch umfangreiche Testreihen am Boden umfasste, erfolgreich abgeschlossen.

"Der Erstflug von SAGITTA ist ein weiterer Meilenstein für die Kooperation von Forschung und Industrie", sagt DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke. "In den von Airbus geschaffenen Rahmenbedingungen konnten wir unser innovatives Potential entfalten, und die komplexen Technologien des Demonstrators entwickeln und integrieren. Flugzeugbau ist immer Integration, daher freuen wir uns, wenn ein solches gemeinsames Projekt in mehrfacher Hinsicht abhebt."

Die Entwicklung des Technologieträgers hat Airbus 2010 mit der nationalen Initiative „Open Innovation“/ SAGITTA ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts wurde zunächst eine Machbarkeitsstudie mit einer Nurflügel-Konfiguration durchgeführt bevor diese nun anhand des Demonstrators realisiert wurde. Beteiligt am Projekt SAGITTA sind drei DLR-Institute.

Ultraleichte Struktur mit Klebeverbindungen

Die Wissenschaftler vom DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik standen vor einer großen Herausforderung, als sie sich vornahmen die ultraleichte Struktur dieses Flugzeugs zu bauen. Filigrane Strukturbauteile aus hauchdünnen CFK-Lagen müssen für eine optimale Lastübertragung geklebt werden.  "Unsere Wissenschaftler mussten die einzelnen Bauteile so konstruieren und bauen, dass sie bei der Montage präzise zueinander passen, denn für die Festigkeit der Verbindung muss die Klebschicht dünn und gleichmäßig sein", beschreibt der Leiter des Instituts Prof. Martin Wiedemann die Herausforderung. "Dass wir die Chance hatten, die Gesamtflugzeugstruktur mit wesentlichen Systemen bei uns auch zu montieren, war für uns ein Highlight."  Künftig soll der Erprobungsträger SAGITTA auch verwendet werden, um neuartige Strukturkomponenten zu testen, in die aktive Funktionselemente integriert werden, wie zum Beispiel bewegliche Klappen.

Neuartiges Fahrwerkssystem

Das DLR-Institut für Flugsystemtechnik hat mit dem Einziehfahrwerk, der elektrischen Energieversorgung und Verkabelung, der Steuerflächenaktuatorik sowie den Treibstoffsystem den Großteil der flugkritischen Systeme beigetragen. "Die Systeme wurden dabei im Wesentlichen neu entwickelt und umfangreichen Qualifikationstest unterzogen", sagt Institutsleiter Prof. Stefan Levedag. "Eine besondere Entwicklungsherausforderung beim Fahrwerk waren der geringe Einbauraum und die hohen vertikalen Landegeschwindigkeiten." In diesem Zusammenhang wurde unter anderem ein speziell auf die Anforderungen des SAGITTA-Demonstrators zugeschnittener Fahrwerksprüfstand entwickelt, der zur Optimierung und Nachweisführung für das Fahrwerkssystem diente. Weiterhin entstanden während der Projektlaufzeit flugfähige Elektronikkomponenten zur Ansteuerung der Systeme sowie eine halbleiterbasierte Leistungsverteileinheit als zentrale Komponente des elektrischen Energieversorgungssystems.

Virtuelle Flugversuche

Das DLR-Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik am Standort Oberpfaffenhofen verantwortete im Projektverlauf die Planung, den Aufbau und den Betrieb von Simulations- und Integrationstestanlagen für den Sagitta-Demonstrator. "Die von uns mit den Projektpartnern entwickelten Simulatoren ermöglichten die erfolgreiche Durchführung virtueller Flug- und Landeversuche und stellten wesentliche Informationen über das zu erwartende Flugverhalten bereit", unterstreicht Institutsleiter Dr. Johann Bals. "Diese vielfältigen virtuellen Flugmöglichkeiten mit der Fähigkeit zur Einbindung echter Hardware- und Softwarekomponenten haben sich im gesamten Projektverlauf vom Vorentwurf über die Systemintegration bis hin zum Operatortraining als essentiell für die Bewertung, die Testmöglichkeiten und die Flugfreigabe herausgestellt."

Über SAGITTA

Der Technologieerprobungsträger ist im Maßstab 1:4 entworfen und misst 3x3 Meter. Er ist als rochenförmiger Nurflügler ausgelegt und wird von zwei 300N-Turbinen angetrieben. Sein maximales Startgewicht beträgt 150 Kilogramm. Die Zelle ist vollständig aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff (CFK) hergestellt. Mit Ausnahme der Bremsen handelt es sich um ein ‚elektrisches Fluggerät’, das anstelle von Hydraulik-Komponenten, über elektromechanische Stellantriebe gesteuert wird. Beim Experimentalträger handelt es sich nicht um ein seriennahes Produkt. Er dient dazu, wesentliche Erkenntnisse über neue Technologien für unbemannte Flugsysteme zu sammeln.


Kontakte:


Falk Dambowsky
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Media Relations
Tel.: +49 2203 601-3959
Fax: +49 2203 601-3249

Prof. Dr. Martin Wiedemann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik
Tel.: +49 531 295-2300
Fax: +49 531 295-2875

Prof. Dr. Stefan Levedag
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Institut für Flugsystemtechnik
Tel.: +49 531 295-2600

Dr.-Ing. Johann Bals
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Robotik und Mechatronik Zentrum RMC: Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik, Direktor
Tel.: +49 8153 28-2433

Dr. Christian Albert
Airbus Defence and Space
Tel.: +49 89 3179-5633



Mehr Infos zur DLR Luftfahrtforschung: www.dlr.de/luftfahrt

Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001





Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015