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Samstag, 27. Mai 2017

Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane! Gesucht: Neugierige Kinder zum Erforschen und Entdecken der Nord- und Ostseeküsten


© BMBF/Wissenschaftsjahr 2016*17.


Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane findet von Juni bis September erneut die Aktion „Mein mobiles Küstenlabor“ statt / Begleitende Sommertour macht Halt an acht beliebten Küstenorten / Kostenloses Küstenlabor bei über 100 Partnern erhältlich


Berlin, 23.05.2017. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr lädt das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane erneut Kinder zwischen 6 und 12 Jahren ein, auf spannende Entdeckungsreise an den Nord- und Ostseeküsten zu gehen. Von Juni bis September 2017 vergibt das Wissenschaftsjahr 2016*17 mit seinen Partnern wieder kostenfreie „mobile Küstenlabore“ an junge Anwohner und Küstenurlauber. Ausgerüstet mit Becherlupe und Kescher untersuchen die Jungforscherinnen und -forscher die Artenvielfalt am Meer. Eine Forschungsanleitung enthält wertvolle Anregungen und ein großes Gewinnspiel mit tollen Preisen. Hintergrundinformationen zu der Aktion sowie eine Übersichtskarte aller teilnehmenden Partner gibt es unter www.wissenschaftsjahr.de/kuestenlabor.

Ganz gleich, ob auf Fehmarn, Usedom oder in Flensburg – das Wissenschaftsjahr 2016*17 und seine Partner bieten vielerorts tolle Gelegenheiten, das bunte Küstenleben unter die Lupe zu nehmen. Aber auch Kinder, die ihre Sommerferien fernab von Nord- oder Ostsee verbringen, können den vielfältigen Lebensraum Küste erkunden. Auf der Website finden die Kinder neben einer Forschungsanleitung zum Download viele spannende Fakten zu Silbermöwe, Strandkrabbe oder Miesmuschel. Damit wird der nächste Strandspaziergang am Meer zum Erlebnis.

Ein besonderes Highlight der diesjährigen Aktion ist die Sommertour durch Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Von Ende Juli bis Anfang August 2017 hält ein Küstenmobil in insgesamt acht beliebten Küstenorten. Kinder erhalten dort kostenfrei ihr „mobiles Küstenlabor“ und gehen mit fachkundiger Begleitung vor Ort auf Expedition. Neben den Kindern und ihren Familien sind auch alle Urlauber eingeladen, bei Spielen und Mitmach-Aktivitäten die Artenvielfalt an den Küsten zu entdecken. Näheres zur Sommertour ist demnächst einsehbar unter www.wissenschaftsjahr.de/kuestenlabor.


Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane
Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.



Pressekontakt
Redaktionsbüro Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane
Christine Rutke
Gustav-Meyer-Allee 25 | Gebäude 13/5 | 13355 Berlin
Tel.: +49 30 308811-70 | Fax: +49 30 818777-125
presse@wissenschaftsjahr.de
www.wissenschaftsjahr.de 


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Helmholtz-Institut für Pharmazeutische: Siebtes HIPS-Symposium am 29. Juni 2017 in Saarbrücken

Entwicklungen und Herausforderungen der Infektionsforschung im Fokus der Wissenschaft

Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) wandelt sich am 29. Juni 2017 erneut in einen Ort des wissenschaftlichen Austauschs zu zentralen Fragen und neuesten Entwicklungen der Infektionsforschung. International renommierte Forscher präsentieren ihre Erkenntnisse und Strategien zu mikrobiellen Naturstoffen, Wirkstoffdesign und -optimierung sowie Wirkstofftransport. Zu diesen Schwerpunktthemen werden im Rahmen des Symposiums auch Nachwuchsforscher des HIPS ihre Projekte zur Diskussion stellen. Das HIPS ist ein Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und wurde 2009 gemeinsam mit der Universität des Saarlandes gegründet.
Hips_symposium_2017_590x220.pngDie Identifizierung und Charakterisierung von mikrobiellen Naturstoffen sowie deren Design und Optimierung sind Themen der ersten beiden Vortragsreihen des Symposiums. In diesem Jahr werden dazu Suzanne Walker (Harvard Medical School), Aled Edwards (Universität Toronto), Wilhelm Boland (Max-Planck-Institut Jena), Jon Clardy (Harvard Medical School), Peter Leadlay (Universität Cambridge) und Gérard Krause (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig) einen Einblick in ihre Forschung geben.
Suzanne Walker ist Expertin auf dem Gebiet der Aktivitätsmechanismen von Antibiotika und leistet Pionierarbeit bei der Aufklärung neuer antimikrobieller Zielstrukturen und der Charakterisierung von Wirkstoffen. Aled Edwards unterstützt den „Open Science“-Ansatz, nach dem Forschungsergebnisse generell ohne Beschränkungen zugänglich gemacht und deren Nutzen so potenziert werden sollen. Edwards arbeitet unter anderem an der Validierung neuer antimikrobieller Zielstrukturen in Erregern von Malaria und Tuberkulose. Wilhelm Boland führt international anerkannte Studien zur Interaktion von Pflanzen und Insekten mit einem Fokus auf pflanzliche Abwehrmechanismen durch. Er wird einen Einblick in die Effekte der mikrobiellen Darmflora von Insekten auf die Biochemie des Wirtes geben. Jon Clardy spezialisierte sich auf kleine, biologisch aktive Moleküle, die in der Natur vorkommen. Er wird den Zusammenhang von mikrobiellen Interaktionen und der Entdeckung neuer Antiinfektiva beleuchten. Peter Leadlay ist Experte der Enzymologie der bakteriellen Antibiotikasynthese und wird den Nutzen eines sequenzierten Genoms bei der Aufklärung neuer Biosynthesewege aufzeigen. Abgerundet wird die Liste der Referenten von Gérard Krause, einem international renommierten Epidemiologen des HZI.
Im Anschluss an die Vorträge präsentieren Nachwuchsforscher des HIPS ihre Projekte und die exzellente Integration des Instituts in die Infektionsforschung im Rahmen einer Poster-Session.
Hips_symposium_2017_340x220.pngEine weitere  Vortragsreihe steht im Fokus des Wirkstofftransports: Katharina Ribbeck (Massachusetts Institute of Technology), Ijeoma Uchegbu (University College London) und Achim Göpferich (Universität Regensburg) werden darüber referieren, wie schwierig es ist, Wirkstoffe im Körper an den Ort der Wirkung zu bringen und welche neuen Lösungsansätze es gibt.
Katharina Ribbeck, Expertin auf dem Gebiet der Passage von Molekülen und Krankheitserregern über Schleimhäute, wird einen mechanistischen Einblick und klinische Anwendungen natürlicher Hydrogele geben. Ijeoma Uchegbu stellt Ansätze aus der pharmazeutischen Nanoforschung zur Verwendung der Nanotechnologie in der Medizin vor. Mit Achim Göpferich und seiner Präsentation über spezielle Nanopartikel, die zur Verbringung von Wirkstoffen in Niere und Netzhaut Verwendung finden könnten, wird diese Vortragsreihe schließen.
Anmeldungen zum HIPS-Symposium sind bis zum 9. Juni 2017 möglich. Weitere Informationen und ein detailliertes Programm finden Sie unter: 
http://www.hips.saarland/symposium/
Die Veranstaltung findet statt auf dem Campus der Universität des Saarlandes, 9:00 Uhr, in der Aula, Gebäude A3 3. Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie ebenfalls unter: http://www.hips.saarland/symposium/.
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NASA to Make Announcement About First Mission to Touch Sun


Solar Probe Plus spacecraft leaving Earth
This illustrations depicts the Solar Probe Plus spacecraft leaving Earth, after separating from its launch vehicle and booster rocket, bound for the inner solar system and an unprecedented study of the Sun.
Credits: JHU/APL

NASA will make an announcement about the agency’s first mission to fly directly into our sun’s atmosphere during an event at 11 a.m. EDT Wednesday, May 31, from the University of Chicago’s William Eckhardt Research Center Auditorium. The event will air live on NASA Television and the agency’s website.

The mission, Solar Probe Plus, is scheduled to launch in the summer of 2018. Placed in orbit within four million miles of the sun’s surface, and facing heat and radiation unlike any spacecraft in history, the spacecraft will explore the sun’s outer atmosphere and make critical observations that will answer decades-old questions about the physics of how stars work. The resulting data will improve forecasts of major space weather events that impact life on Earth, as well as satellites and astronauts in space.

Participants include:
·         Thomas Zurbuchen, associate administrator of NASA’s Science Mission Directorate in Washington
·         Nicola Fox, mission project scientist at the Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory in Laurel, Maryland
·         Eugene Parker, S. Chandrasekhar Distinguished Service Professor Emeritus at the University of Chicago
·         Eric Isaacs, executive vice president for research, innovation and national laboratories at the University of Chicago
·         Rocky Kolb, dean of the Division of the Physical Sciences at the University of Chicago

For more information on the mission and agency solar-related activities, visit:



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Donnerstag, 25. Mai 2017

A Whole New Jupiter: First Science Results from NASA’s Juno Mission


This image shows Jupiter’s south pole, as seen by NASA’s Juno spacecraft from an altitude of 32,000 miles
This image shows Jupiter’s south pole, as seen by NASA’s Juno spacecraft from an altitude of 32,000 miles (52,000 kilometers). The oval features are cyclones, up to 600 miles (1,000 kilometers) in diameter. Multiple images taken with the JunoCam instrument on three separate orbits were combined to show all areas in daylight, enhanced color, and stereographic projection.
Credits: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/Betsy Asher Hall/Gervasio Robles

Early science results from NASA’s Juno mission to Jupiter portray the largest planet in our solar system as a complex, gigantic, turbulent world, with Earth-sized polar cyclones, plunging storm systems that travel deep into the heart of the gas giant, and a mammoth, lumpy magnetic field that may indicate it was generated closer to the planet’s surface than previously thought.

“We are excited to share these early discoveries, which help us better understand what makes Jupiter so fascinating,” said Diane Brown, Juno program executive at NASA Headquarters in Washington. "It was a long trip to get to Jupiter, but these first results already demonstrate it was well worth the journey.”

Juno launched on Aug. 5, 2011, entering Jupiter’s orbit on July 4, 2016. The findings from the first data-collection pass, which flew within about 2,600 miles (4,200 kilometers) of Jupiter's swirling cloud tops on Aug. 27, are being published this week in two papers in the journal Science, as well as 44 papers in Geophysical Research Letters.

“We knew, going in, that Jupiter would throw us some curves,” said Scott Bolton, Juno principal investigator from the Southwest Research Institute in San Antonio. “But now that we are here we are finding that Jupiter can throw the heat, as well as knuckleballs and sliders. There is so much going on here that we didn’t expect that we have had to take a step back and begin to rethink of this as a whole new Jupiter.”

Among the findings that challenge assumptions are those provided by Juno’s imager, JunoCam. The images show both of Jupiter's poles are covered in Earth-sized swirling storms that are densely clustered and rubbing together.
We're puzzled as to how they could be formed, how stable the configuration is, and why Jupiter’s north pole doesn't look like the south pole,” said Bolton. “We're questioning whether this is a dynamic system, and are we seeing just one stage, and over the next year, we're going to watch it disappear, or is this a stable configuration and these storms are circulating around one another?”
Another surprise comes from Juno’s Microwave Radiometer (MWR), which samples the thermal microwave radiation from Jupiter’s atmosphere, from the top of the ammonia clouds to deep within its atmosphere. The MWR data indicates that Jupiter’s iconic belts and zones are mysterious, with the belt near the equator penetrating all the way down, while the belts and zones at other latitudes seem to evolve to other structures. The data suggest the ammonia is quite variable and continues to increase as far down as we can see with MWR, which is a few hundred miles or kilometers. 

Prior to the Juno mission, it was known that Jupiter had the most intense magnetic field in the solar system. Measurements of the massive planet’s magnetosphere, from Juno’s magnetometer investigation (MAG), indicate that Jupiter’s magnetic field is even stronger than models expected, and more irregular in shape. MAG data indicates the magnetic field greatly exceeded expectations at 7.766 Gauss, about 10 times stronger than the strongest magnetic field found on Earth.

“Juno is giving us a view of the magnetic field close to Jupiter that we’ve never had before,” said Jack Connerney, Juno deputy principal investigator and the lead for the mission’s magnetic field investigation at NASA's Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. “Already we see that the magnetic field looks lumpy: it is stronger in some places and weaker in others. This uneven distribution suggests that the field might be generated by dynamo action closer to the surface, above the layer of metallic hydrogen. Every flyby we execute gets us closer to determining where and how Jupiter’s dynamo works.”

Juno also is designed to study the polar magnetosphere and the origin of Jupiter's powerful auroras—its northern and southern lights. These auroral emissions are caused by particles that pick up energy, slamming into atmospheric molecules. Juno’s initial observations indicate that the process seems to work differently at Jupiter than at Earth.

Juno is in a polar orbit around Jupiter, and the majority of each orbit is spent well away from the gas giant. But, once every 53 days, its trajectory approaches Jupiter from above its north pole, where it begins a two-hour transit (from pole to pole) flying north to south with its eight science instruments collecting data and its JunoCam public outreach camera snapping pictures. The download of six megabytes of data collected during the transit can take 1.5 days.

“Every 53 days, we go screaming by Jupiter, get doused by a fire hose of Jovian science, and there is always something new,” said Bolton. “On our next flyby on July 11, we will fly directly over one of the most iconic features in the entire solar system -- one that every school kid knows -- Jupiter’s Great Red Spot. If anybody is going to get to the bottom of what is going on below those mammoth swirling crimson cloud tops, it’s Juno and her cloud-piercing science instruments.”
NASA's Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, California, manages the Juno mission for NASA. The principal investigator is Scott Bolton of the Southwest Research Institute in San Antonio. The Juno mission is part of the New Frontiers Program managed by NASA's Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, for the agency’s Science Mission Directorate. Lockheed Martin Space Systems, in Denver, built the spacecraft.

More information on the Juno mission is available at:


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Mittwoch, 24. Mai 2017

Viermetz-Wissenschaftspreis für einen Experten der empirischen Kapitalmarktforschung


Für seinen Beitrag zur Profilierung der Augsburger Wirtschaftswissenschaften in Forschung und Lehre erhält Dr. Martin Rohleder den mit 10.000 Euro dotierten Viermetz-Forschungspreis 2017. Foto: privat.

Beim Fakultätstags der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg am 7. Juli 2017 erhält Dr. Martin Rohleder die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung / Festvortrag zum Thema „E-Mobilität: Deutschland zwischen Traum und Wirklichkeit“ vom Präsidenten des Bundesverbandes eMobilität

Augsburg/KPP – Zum elften Mal wird in diesem Jahr der Viermetz-Wissenschaftspreis vergeben. Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung hat entschieden, Dr. Martin Rohleder Akademischer Rat am Lehrstuhl für Finanz- und Bankwirtschaft   mit dem diesjährigen ViermetzWissenschaftspreis auszuzeichnen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro geht damit an einen im Urteil der Jury herausragenden Nachwuchswissenschaftler, der wesentlich zur Schärfung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg in Forschung und Lehre beiträgt. Verliehen wird der Preis im Rahmen des diesjährigen Fakultätstags der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg am 7. Juli 2017.

Können Investmentfondsmanager durch ihre Anlageentscheidungen den Markt schlagen und so-mit einen Mehrwert für ihre Anleger generieren? Wenn ja, wie kann man besonders erfolgreiche Fondsmanager identifizieren? Welche Eigenschaften von Fonds haben einen Einfluss auf den Anlageerfolg und das damit verbundene Risiko? Welche Erkenntnisse über die Funktionsfähigkeit der Märkte allgemein lassen sich daraus ableiten? Und wie misst man grundsätzlich Erfolg und Risiko von Investmentfonds eigentlich richtig? Diese Fragen veranschaulichen beispielhaft, was Dr. Martin Rohleder zusammen mit Prof. Dr. Marco Wilkens und einem Team von momentan acht Doktorandinnen und Doktoranden am Lehrstuhl für Finanz- und  Bankwirtschaft der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg im Bereich Investmentfonds er-forscht.

Experte für empirische Kapitalmarktforschung

Insbesondere durch diese Forschung zu Investmentfonds hat sich Rohleder nach seiner Promotion an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt im Jahr 2011 ein sehr umfangreiches Wissen im Bereich der empirischen Kapitalmarktforschung erarbeitet. Er setzt dieses nun mit großem Engagement zur Erhöhung der Forschungsreputation der Universität Augsburg und der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ein. So repräsentiert er die Universität Augsburg regelmäßig mit Forschungsvorträgen auf zahlreichen nationalen und internationalen Konferenzen, die ihn bereits mehrfach in die USA, z. B. nach Dallas, New Orleans und Orlando, sowie in das europäische Ausland, u. a. nach Helsinki, Maastricht, Lissabon, Athen und Zürich, führten. Sein fortwährender Austausch mit anerkannten Expertinnen und Experten seines Fachgebiets aus aller Welt. steigere die internationale Bekanntheit und das Ansehen der Universität Augsburg und trage so auch zu einer besseren internationalen Vernetzung der Augsburger Wirtschaftswissenschaften bei, urteilt die Jury.

Im Widerspruch zu Befürchtungen der Finanzmarktaufsicht

Entsprechend findet die Forschung Rohleders auch durch zahlreiche Veröffentlichungen in hoch angesehenen Fachzeitschriften internationale Beachtung. Zu den wichtigsten Erkenntnissen seiner Forschung zu Investmentfonds gehört z. B., dass die Nutzung von Hebelprodukten wie Optionen die Performance von Aktienfonds im Durchschnitt erhöht und gleichzeitig deren Risiko verringert. Dies steht im Widerspruch zu den Befürchtungen der Finanzmarktaufsicht. Sie nämlich vermutet eine Erhöhung des Risikos einzelner Fonds sowie des Gesamtmarktes und strebt daher eine Einschränkung der Nutzung von Hebelprodukten zur Verbesserung des Anlegerschutzes an. Weiter fanden Rohleder und seine Koautoren heraus, dass Anlageentscheidungen einzelner Investoren einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidungsfreiheit der Fondsmanager haben. So können diese entgegen ihrer eigentlichen Marktmeinung gezwungen sein, Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen, weil Anleger „zum falschen Zeitpunkt“ Geld in den Fonds einzahlen oder daraus abziehen. Dies wiederum verringert die Rendite aller Investoren.

Gestaltung eines nachhaltigen Kapitalmarktes im Sinne des 2°C-Ziels

Ein weiterer aktueller Forschungsschwerpunkt, mit dem sich Rohleder im Team des Augsburger Lehrstuhls für Finanz- und Bankwirtschaft derzeit beschäftigt, ist die Gestaltung eines nachhaltigen Kapitalmarktes im Sinne des durch die Weltklimakonferenz 2015 in Paris definierten 2°C-Ziels. Rohleder fragt hier gezielt danach, wie man das sogenannte „Carbon Risk“ messen kann. Dieses finanzielle Risiko einzelner Unternehmen aber auch ganzer Volkswirtschaften geht auf deren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie auf den weltweiten Transformationsprozess von einer braunen zu einer grünen Wirtschaft zurück. Ein in diesem Zusammenhang wichtiges Schlagwort ist die „Carbon Bubble“, die eine massive Überbewertung der weltweiten Öl-, Gas- und Kohlereserven beschreibt. Sie basiert darauf, dass zur Erreichung des 2°C-Ziels große Teile dieser Reserven nicht verbraucht werden dürfen. Die Quantifizierung des Carbon Risk einzelner Unternehmen sowie ganzer Branchen und Volkswirtschaften soll dazu beitragen, zunächst ein Bewusstsein für die Brisanz dieses realen Risikos zu generieren und schließlich den Transformationsprozesses zu einer insgesamt nachhaltigeren Wirtschaft erfolgreich zu bewältigen.

Den Bankensektor robust aufstellen

Im Zusammenhang mit der jüngsten Bankenkrise beschäftigt sich Rohleder zudem mit der Messung systemischer Marktrisiken von Banken. Ziel dieses Forschungsfeldes ist es, Gefahren für den Bankensektor und damit für die Kapital- und Liquiditätsversorgung der Gesamtwirtschaft frühzeitig anhand von volkswirtschaftlichen und bankenspezifischen Indikatoren zu erkennen und abzuwenden. Weiter sollen die Erkenntnisse ermöglichen, einzelne Banken und den Bankensektor insgesamt krisenrobust aufzustellen. Die Ergebnisse dieser Forschung am Lehrstuhl für Finanz- und Bankwirtschaft sind daher insbesondere für das Risikomanagement von Banken, aber auch für die Bankenaufsicht als „Risikomanager des Bankensektors“ von großer Bedeutung.

Auch in der Lehre regelmäßig "ausgezeichnet"

Rohleders vielfältige Forschungsinteressen spiegeln sich auch in seinen Lehrveranstaltungen. So konzipierte er eine Veranstaltung, die gezielt und sehr tiefgehend die zahlreichen Facetten der Forschung und Praxis im Bereich Investmentfonds vermittelt. Darüber hinaus treibt er kontinuierlich die Lehre der Methoden der empirischen Kapitalmarktforschung voran, um so die umfangreichen methodischen Kenntnisse weiterzugeben, die er sich im Rahmen seiner Forschung angeeignet hat. Seine Lehrveranstaltungen sind bei den Studierenden sehr beliebt, was sich in den stetig steigenden Teilnehmerzahlen niederschlägt. Seine Lehre wird durch die Studierenden regelmäßig als ausgezeichnet evaluiert.

Preisverleihung mit einem Festvortrag des Präsidenten des Bundesverbandes eMobilität

Die Preisverleihung beginnt am Freitag, dem 7. Juli 2017, um 16.00 im Hörsaalgebäude der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Universitätsstraße 20, Gebäude K, 86159 Augsburg). Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher wird als Vorsitzender der Jury des Wissenschaftspreises der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung die Laudatio auf den Preisträger halten.

Den Festvortrag hält Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbandes eMobilität, zu dem Thema „E-Mobilität: Deutschland zwischen Traum und Wirklichkeit“. Gegen 18.00 Uhr geht die Veranstaltung in das traditionelle Sommerfest der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät über.


Kontakt:

Dr. Martin Rohleder
c/o Lehrstuhl für Finanz-und Bankwirtschaft
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg
Telefon: +49 821 598 4120


Die Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Am 16. Dezember 2003 errichtete das Ehepaar Kurt und Felicitas Viermetz die nach ihm benannte Stiftung in Augsburg. Stiftungszweck ist die Förderung von Wissenschaft, Kunst und Kultur in Augsburg und Bayerisch-Schwaben sowie die Förderung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. In den vergangenen Jahren konnte aus den Erlösen des Stiftungsvermögens eine Vielzahl von Projekten und Initiativen unterstützt werden. Die Entscheidungen trifft ein sechsköpfiges Kuratorium. Ihm gehören – nach dem Tod des Stifterehepaares – an: Dr. Peter Menacher (Stiftungsvorstand), Dr. Maximilian Viermetz, Hannelore Viermetz-Schaddach, Dr. Theo Waigel, Ludwig Schmid und Harald Labbow. Die Stiftung will mit ihren Fördermaßnahmen nicht die Öffentlichen Hände ersetzen, sondern diese ergänzen und nach dem Prinzip des „matching gift“ weitere Förderer ermutigen.

Weitere Informationen zur Stiftung (Broschüre, Vermittlung von Gesprächspartnern etc.) sind erhältlich im Büro der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung (info@viermetz-stiftung.de oder Fax 0821/ 241 33 91).

Der Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung

Im Jahre 2006 beschloss das Kuratorium einen Wissenschaftspreis der Kurt und Felicitas Vier- metz Stiftung zur Stärkung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg zu stiften. Er wurde mit 10.000 Euro hoch dotiert. Da sich die Wissenschaftslandschaft durch Wettbewerbe wie das Elitenetzwerk Bayern, die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder und die gezielte Forschungsförderung in Deutschland und in der EU ausdifferenziert, bedürfen herausragende Leistungen der verstärkten Anerkennung. Zu den Kriterien zählen neben Publikationen in national und international besonders stark wahrgenommenen wissenschaftlichen Zeitschriften die Beiträge zum Lehr- und Forschungsprofil der Fakultät, Teilnahme an Förderprogrammen für die Forschung und die Gestaltung entsprechend profilierter Lehrangebote. Damit kann im Rahmen der Cluster-Struktur der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowohl die Forschungskompetenz als auch eine vertiefte Lehre gestärkt werden. Fast alle bisherigen Preisträger haben einen Ruf an eine Universität erhalten und belegen damit den hohen Qualitätsanspruch des Viermetz-Wissenschaftspreises.

Die Vorschläge für den Preis kommen aus der Fakultät und werden zunächst einem strengen internen Beurteilungsverfahren unterzogen. Auch externe Gutachter werden angefragt. Danach entscheidet die Jury, der Prof. Dr. Peter Welzel als Vertreter der Gesamtuniversität, Prof. Dr. Robert Klein als Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Alt-Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher als Stiftungsvorstand und Regierungspräsident a. D. Ludwig Schmid als Kurator der Stiftung angehören. 


Pressestelle der Universität Augsburg
Klaus P. Prem / Michael Hallermayer
Tel: 0821/598-2094


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Dienstag, 23. Mai 2017

Ältester Vormensch lebte möglicherweise in Europa Forscher finden Hinweise auf 7,2 Millionen Jahre alte Vormenschen-Art vom Balkan

Neue Hypothese zum Ursprung des Menschen




El Graeco (Graecopithecus freybergi) hat vor 7,2 Millionen Jahren in einer staubbelasteten Savannen-Landschaft im Athener Becken gelebt. Der Künstler Velizar Simeonovski hat dieses Gemälde nach wissenschaftlichen Vorgaben von Madelaine Böhme und Nikolai Spassov erstellt (Blick von der Fundstelle El Graecos, Pyrgos Vassilissis, nach Südost über die Athener Ebene unter roter Wolke mit Sahara-Staub; im Hintergrund das Hymettos Gebirge und der Lykabettos Berg). Gemälde: Velizar Simeonovski, Chicago




Unterkiefer des 7,175 Millionen Jahre alten Graecopithecus freybergi (El Graeco) aus Pyrgos Vassilissis, Griechenland (heutiges Stadtgebiet von Athen) Foto: Wolfgang Gerber, Universität Tübingen




7,24 Millionen Jahre alter oberer Vorbackenzahn von Graecopithecus aus Azmaka, Bulgarien. Foto: Wolfgang Gerber, Universität Tübingen





Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines durch Windtransport gerundeten Staubkorns. Es stammt aus der Sahara und wurde in 7,2 Millionen Jahre alten Sedimenten in Griechenland gefunden. Foto: Ulf Linnemann, Senckenberg

 
Die gemeinsame Linie von Schimpansen und Menschen hat sich möglicherweise mehrere hunderttausend Jahre früher getrennt als bislang angenommen: Diese These veröffentlichte ein internationales Forschungsteam um Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen jetzt in zwei zeitgleich erschienen Publikationen im Fachjournal Plos One. Die Forscherinnen und Forscher haben zwei Fossilfunde des Graecopithecus freybergi mit modernsten Methoden untersucht und kommen dabei zu dem Ergebnis, dass es sich um eine bisher unbekannte Vormenschenart handelt. Das Wissenschaftlerteam hält es aufgrund der neuen Erkenntnisse zudem für möglich, dass die Abspaltung der menschlichen Linie im östlichen Mittelmeerraum stattgefunden hat und nicht – wie bisher vielfach angenommen – in Afrika.

Heute ist der Schimpanse der nächste Verwandte des Menschen. Wann ihr letzter gemeinsamer Vorfahr lebte, ist ein zentrales und sehr umstrittenes Forschungsthema der Paläoanthropologie. Bislang nimmt die Forschung an, dass sich die Linien vor fünf bis sieben Millionen Jahren trennten und die erste Vormenschenart im heutigen Afrika entstand. Nach der Theorie des französischen Paläoanthropologen Ives Coppens von 1994 könnten dabei Klimaveränderungen in Ostafrika eine entscheidende Rolle gespielt haben. Mit der neuen Studie entwirft das Forscherteam aus Deutschland, Bulgarien, Griechenland, Kanada, Frankreich und Australien nun ein völlig anderes Szenario für die früheste Menschheitsgeschichte.

Zahnwurzeln geben neue Hinweise
Im Rahmen der Studie untersuchte das Team um Madelaine Böhme und Professor Nikolai Spassov von der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften die beiden einzigen bekannten Funde des Hominiden Graecopithecus freybergi: einen Unterkiefer aus Grabungen in Griechenland sowie einen Zahn aus Bulgarien. Per Computertomografie machten die Forscher die interne Struktur der Fossilien sichtbar und zeigten, dass die Wurzeln der Vorbackenzähne weitgehend verschmolzen waren.

Während Menschenaffen üblicherweise zwei oder drei getrennte Zahnwurzeln besitzen, gilt die Verschmelzung der Wurzeln eines Zahns als charakteristisches Merkmal des Menschen, der Urmenschen (frühe Vertreter der Gattung Homo) und einiger Vormenschen (Ardipithecus und Australopithecus). Zudem wies der von den Wissenschaftlern ‚El Graeco‘ getaufte Unterkiefer weitere Merkmale an Zahnwurzeln auf, die nach Einschätzung der Autoren darauf hindeuten, dass es sich bei Graecopithecus um einen Vertreter der Vormenschen (Tribus Hominini) handeln könnte. „Wir waren von unseren Ergebnissen selbst überrascht, denn bislang waren Vormenschen ausschließlich aus Afrika südlich der Sahara bekannt“, erklärt Jochen Fuss, Doktorand an der Universität Tübingen, der die Untersuchung durchführte.

Zudem scheint Graecopithecus mehrere hunderttausend Jahre älter zu sein als der bisher früheste potenzielle Vormensch Afrikas, der sechs bis sieben Millionen Jahre alte Sahelanthropus aus dem Tschad: Das Forscherteam konnte die sedimentären Abfolgen der Fundstellen in Griechenland und Bulgarien mit physikalischen Methoden auf ein nahezu übereinstimmendes Alter beider Fossilien von 7,24 bzw. 7,175 Millionen Jahre vor heute datieren. „Dies war der Beginn des sogenannten Messinium, an dessen Ende es zur Austrocknung des Mittelmeeres kam“, erklärt Böhme. David Begun, ein Ko-Author der Studie von der Universität Toronto ergänzt: „Mit dieser Datierung lässt sich die Trennung der Vormenschen- und der Schimpansen-Linie in den östlichen Mittelmeerraum verlegen.“

Umweltveränderung als Motor der Abspaltung
Ähnlich wie bei der Theorie, nach der die ersten Vormenschen in Ostafrika entstanden sind, geht auch das Team um Madelaine Böhme davon aus, dass eine dramatische Umweltveränderung zur Entstehung des Vormenschen geführt hat: Die Forscherinnen und Forscher erläutern in ihrer Studie, dass die Sahara in Nordafrika bereits vor mehr als sieben Millionen Jahren entstanden ist. Dies folgern sie aus geologischen Untersuchungen an Sedimenten, aus denen beide Vormenschen-Reste geborgen wurden: Obwohl weit voneinander entfernt gelegen, wiesen beide rote feinkörnige Schluffe auf, wie sie für Wüstenstaub typisch ist. Die physikalische Altersbestimmung anhand der Isotope von Uran, Thorium und Blei einzelner Staubkörner ergaben ein Alter zwischen 600 Millionen und drei Milliarden Jahren und lassen auf eine Herkunft aus Nordafrika schließen.

Auch sei im staubigen Sediment ein hoher Gehalt an unterschiedlichen Salzen nachzuweisen. „Diese Daten könnten erstmalig eine Sahara belegen, die sich vor 7,2 Millionen Jahren ausbreitete und deren Wüstenstürme rote, salzhaltige Stäube bis an die Nordküste des damaligen Mittelmeeres bliesen“, erklärt die Tübinger Forscherin. Dieser Prozess lasse sich zwar noch heute beobachten. Allerdings berechneten die Forscher für die damalige Zeit Staubmengen von bis zu 250 Gramm pro Quadratmeter und Jahr. Dies entspricht der zehnfachen Menge der Staubbelastung im heutigen Südeuropa und ist vergleichbar mit der heutigen Situation in der Sahel-Zone.

Von Feuer, Gras und Wasserstress
Die Forscherinnen und Forscher können in der Studie zudem zeigen, dass sich – parallel zur Entstehung der Sahara in Nordafrika – eine Savannenlandschaft in Europa ausgebildet haben muss. Mit einer Kombination neuer Methoden untersuchten sie im Sediment enthaltene mikroskopisch kleine Holzkohle-Reste sowie Kieselsäure-Partikel von Pflanzen, sogenannte Phytolithe. Die Mehrzahl stammte von Süßgräsern, die den Stoffwechselweg der C4-Photosynthese nutzen und heute in tropischen Grasländern oder Savannen vorkommen. Die weltweite Ausbreitung dieser C4-Gräser begann vor circa acht Millionen Jahren auf dem indischen Subkontinent – doch ihre Präsenz in Europa war bisher unbekannt. „Die Phytolithe zeigten Spuren starker Trockenheit, die Holzkohle-Untersuchungen weisen auf wiederkehrende Brände hin“, sagt Böhme. „Zusammengenommen lässt sich das Bild einer Savanne zeichnen. Dazu passt, dass gemeinsam mit Graecopithecus Fossilien von Vorfahren der heutigen Giraffen, Gazellen, Antilopen und Nashörner gefunden wurden“, ergänzt Spassov.


Die Entstehung einer ersten Wüste in Nordafrika vor mehr als sieben Millionen Jahren und die zeitgleiche Ausbreitung von Savannen in Südeuropa könnten eine zentrale Rolle für die Trennung der menschlichen Stammlinie von der Abstammungslinie der Schimpansen gespielt haben, sagt Böhme. Sie nennt ihre Hypothese eine „North Side Story ‒ in Analogie zu Yves Coppens These, die als „East Side Story“ bekannt ist.

Publikationen:
Jochen Fuss, Nikolai Spassov, David Begun, Madelaine Böhme: Potential hominin affinities of Graecopithecus from the late Miocene of Europe. PLOS ONE,

Madelaine Böhme, Nikolai Spassov, Martin Ebner, Denis Geraads, Latinka Hristova, Uwe Kirscher, Sabine Kötter, Ulf Linnemann, Jerome Prieto, Socrates Roussiakis, George Theodorou, Gregor Uhlig, Michael Winklhofer: Messinian age and savannah environment of the possible hominin Graecopithecus from Europe. PLOS ONE,


Kontakt:
Prof. Dr. Madelaine Böhme
Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP)
an der Universität Tübingen
Telefon +49 7071 29-73191

Professor Nikolai Spassov
National Museum of Natural History Sofia, Bulgarische Akademie der Wissenschaften

Professor David Begun
Department of Anthropology, University of Toronto, Canada
begun@chass.utoronto.ca


Die Universität Tübingen
Die Universität Tübingen gehört zu den elf deutschen Universitäten, die als exzellent ausgezeichnet wurden. In den Lebenswissenschaften bietet sie Spitzenforschung im Bereich der Neurowissenschaften, Transnationalen Immunologie und Krebsforschung, der Mikrobiologie und Infektionsforschung sowie der Molekularbiologie. Weitere Forschungsschwerpunkte sind die Geo- und Umweltforschung, Archäologie und Anthropologie, Sprache und Kognition sowie Bildung und Medien. Mehr als 28.400 Studierende aus aller Welt sind aktuell an der Universität Tübingen eingeschrieben. Ihnen steht ein Angebot von rund 300 Studiengängen zur Verfügung – von der Ägyptologie bis zu den Zellulären Neurowissenschaften.

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblicke in vergangene und gegenwärtige Veränderungen der Natur, ihrer Ursachen und Wirkungen, vermittelt. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie weiteren Sponsoren und Partnern gefördert. Mehr Informationen unter www.senckenberg.de


200 Jahre Senckenberg! 2017 ist Jubiläumsjahr bei Senckenberg – die 1817 gegründete Gesellschaft forscht seit 200 Jahren mit Neugier, Leidenschaft und Engagement für die Natur. Seine 200-jährige Erfolgsgeschichte feiert Senckenberg mit einem bunten Programm, das aus vielen Veranstaltungen, eigens erstellten Ausstellungen und einem großen Museumsfest im Herbst besteht. Natürlich werden auch die aktuelle Forschung und zukünftige Projekte präsentiert. Mehr Infos unter: www.200jahresenckenberg.de

Mehr als 600.000 Seitenaufrufe: Presse Hochbegabung by Lilli Cremer-Altgeld. Geistreiche News für geistvolle Menschen. Hochbegabte@t-online.de

Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015